Vom Stuttgarter Stadtleben in die Appenzeller Alpen

1987 tauschte Gerlinde Neff Supermarkt und Elektrizität gegen Petrollampe und Waschen von Hand. Für Ihr Umfeld in Stuttgart war es eine Katastrophe, für sie selbst die Bestimmung ihres Lebens.

Seit 27 Jahren führt Gerlinde Neff zusammen mit ihrem Mann Bruno die Altenalp mitten im Alpstein. Sie wusste schon immer, dass sie einmal auf dem Land leben wollte. Deshalb ging die ursprünglich gelernte Krankenschwester als 24-Jährige nach Teufen (AR), um dort in einem Spital zu arbeiten. Bei einer Wanderung stiess sie zufällig auf die Altenalp und verliebte sich sofort in diese Fleckchen Erde.

Obwohl die Dorfleute in Teufen sie vor den Sennen auf den Alpen gewarnt hatten, machte sie ein zweiwöchiges Praktikum als Sennerin auf der Altenalp und verliebte sich prompt in den Senn. Ein Jahr später heiraten Gerlinde und Bruno Neff. Sie haben vier Kinder, mittlerweile sind diese erwachsen.

Als Bäuerin in der Politik

Nebst ihrer Arbeit als Bäuerin ist Gerlinde Neff diesen März in den Appenzeller Grossen Rat gewählt worden, mit grosser Mehrheit. Als Grossrätin in der Wirtschaftskommission müsse sie sich zwar in ein völlig neues Thema einarbeiten, aber gerade solche Herausforderungen hielten sie geistig fit, sagt die 51-Jährige.