Von Harmos keine Spur

Trotz Harmos gibt es keine Spur von Harmonie beim Sprachenstreit in den Schulen: Die Kantone gehen eigene Wege. Und die Gegner von zwei Fremdsprachen drohen mit dem Gericht.

Eine Schülerin vor der Klasse

Bildlegende: Welche Fremdsprache soll wann unterrichtet werden? Die Ostschweizer Kantone sind sich uneinig. Keystone

Am Donnerstag hatte die Bündner Regierung erklärt, dass die kantonale Fremdspracheninitiative, die nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule verlangt, ungültig sei. Die Initiative verletze Bundesrecht, die Kantonsverfassung und benachteilige romanisch- und italienischsprachige Primarschülerinnen und -schüler. Ähnliches hatte auch die St.Galler Regierung vor rund zwei Monaten entschieden, als sie eine Initiative für ungültig erklärte, welche den Lehrplan21 aushebeln wollte. Und im Thurgau hat das Kantonsparlament entschieden, das Frühfranzösisch abzuschaffen.

Unterschiedliche Wege

Jetzt gehen die drei Ostschweizer Kantone in Sachen Fremdsprachen in der Schule unterschiedliche Wege – trotz Harmos. Die Thurgauer Erziehungsdirektorin Monika Knill findet das zwar nicht schlimm, ihr St.Galler Amtskollege Stefan Kölliker hingegen stört sich sehr daran.

Keine «fremde» Einmischung

Die Erziehungschefs sind sich einig, dass es in dieser Frage keine Einmischung durch den Bund geben dürfe. Sie wollen aber auch nicht, dass die Gerichte entscheiden, ob, wie viele und welche Fremdsprachen in den Schulen unterrichtet werden. Sie sind überzeugt, dass die Erziehungsdirektoren selber einen Weg und eine Einigung finden werden, welche im Sinne von Harmos sei.

Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr