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Ostschweiz Vorarlberg sieht Tradition in Gefahr

Rund 1500 Rinder und Kühe aus der Ostschweiz verbringen den Sommer auf einer Alp in Vorarlberg. In diesem Jahr werden es deutlich weniger sein. Damit gehe eine Tradition verloren, findet der Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler.

Kühe und Rinder auf einer Alp
Legende: Nur noch jeder zweite Bauer will seine Kühe zur Alpsömmerung ins Vorarlbergische bringen. Keystone

Im September 2013 wurden in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden gleich mehrere Kühe positiv auf Tuberkulose getestet. Schnell fanden die Kantonsveterinäre heraus, dass sich die Tiere während der Sömmerung auf einer Vorarlberger Alp angesteckt haben mussten. Nun ist die Angst bei den Ostschweizer Bauern gross. Viele wollen die Tiere nicht mehr ins nahe Ausland bringen. Hinzu kommt, dass auch die Veterinärämter von einer Alpsömmerung in Vorarlberg abraten. Und wer die Rinder und Kühe trotzdem über die Grenze bringe, müsse die Tiere bei der Rückkehr in die Schweiz auf Tuberkulose testen lassen und die anfallenden Kosten selbst tragen.

Die Alpsömmerung basiere auf einer «langen Tradition» und man sei immer «sehr freundschaftlich» mit den Schweizer Bauern umgegangen, findet der Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF. Der Forst- und Landwirtschaftsminister bietet deshalb den Schweizer Bauern an, die Kosten für die Tuberkulose-Tests aus der Kasse des Vorarlberger Veterinäramtes zu bezahlen.

Trotz dem Entgegenkommen dürften in diesem Jahr zahlreiche Bauern auf eine Sömmerung in Vorarlberg verzichten. Grund dafür sind die geänderten Direktzahlungen; neu sollen Bauern für jedes auf einer Schweizer Alp gesömmerte Rind 370 Franken erhalten.