Wahlen Thurgau: «Bei der Kesb muss sich etwas ändern»

Drei Jahre nach ihrem Start wird immer noch intensiv über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde diskutiert. Vor den Kantonsratswahlen im Thurgau am 10. April nehmen Exponenten der Parteien Stellung zum umstrittenen Thema.

Letzte Woche unterstützte das Thurgauer Kantonsparlament die Forderung, dass die Gemeinden bei Kesb-Entscheiden künftig wieder mitreden können. Die Entscheidung bleibt allerdings uneingeschränkt bei der Kesb. Weil die Gemeinden den Grossteil der Kesb-Entscheide finanzieren, müssten sie auch mitreden können, hiess es im Parlament.

Für SVP-Kantonsrat Hermann Lei wird dieser Entscheid dazu beitragen, die grosse Distanz zwischen Behörden, Instanzen und Privatpersonen zu verkürzen.

Auch die EVP-Kantonsrätin Doris Günter betont, dass die beschlossene Anpassung durch das Parlament ein Fortschritt sei. Den Gemeinden gehe es grundsätzlich um die Finanzen. Wenn sie Einsicht in die Akten hätten, würde dies ihr Verständnis stärken.

Markus Moos, Grossratskandidat der Grünliberalen, meint dagegen, nur die Kesb bringe die nötigen Kompetenzen mit, um Probleme in Familien zu verstehen.

Einig waren sich die drei aber, dass es bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Verbesserungspotential gibt.

Das war die erste von drei Debatten im Vorfeld der Thurgauer Kantonsratswahlen. Am Dienstag folgt ein Gespräch mit Vertretern der FDP, der SP und der BDP zum Thema «Energie». Am Mittwoch diskutieren die CVP, die EDU und die Grünen über die Raumplanung.

Kesb

Am 1. Januar 2013 wurden in der ganzen Schweiz die Vormundschaftsbehörden durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) abgelöst. Im Kanton Thurgau gibt es in jedem der fünf Bezirke eine Behörde. Sie ist unter anderem für Aufgaben in den Bereichen Vormundschaft, Kindesschutzmassnahmen und Adoption zuständig.

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