Warum Grossverteiler die Zentren verlassen

Altstätten, Weinfelden und Steckborn: Drei Städte in der Ostschweiz ohne Migros oder Coop im Zentrum. Wenn Grossverteiler die Zentren verlassen, sei das verheerend für kleine Läden, sagt Paul Hasler vom «Netzwerk Altstadt». Seine Lösung: Gemeinden müssen mit den Grossverteilern verhandeln.

Eine Hand greift nach einer Zitrone in einem Supermarkt.

Bildlegende: Zentrum oder Peripherie: Wichtig für einen Standort von Migros und Coop sind Parkplätze und geeignete Verkaufsflächen. Keystone

Altstätten im St. Galler Rheintal hat Mut bewiesen. Das alte Rathaus wurde abgerissen und neu gebaut. Und gerade daneben wurde ein Wohn- und Gewerbehaus erstellt. Hier direkt neben der Altstadt hätte der Coop einziehen sollen. dazu ist es nicht gekommen. Die Parkplatzsituation und die Verkaufsfläche seien nicht geeignet gewesen, sagt Ivo Dietsche von Coop Ostschweiz.

Nicht nur Altstätten, sondern auch Weinfelden...

Eine ähnliche Situation gibt es auch in Weinfelden: Weil im Zentrum die Kunden fehlten, entschied sich Coop in die Peripherie zu ziehen: «In Weinfelden sind in der Peripherie immer mehr Discounter angesiedelt worden. Und das führte dazu, dass dem Zentrum «Sauerstoff» entzogen wurde. Und wir haben das bei den Umsätzen gespührt.» sagt Ivo Dietsche von Coop Ostschweiz.

...und Steckborn sind betroffen

Und auch in Steckborn am Untersee gibt es keine Migros mehr im Zentrum. Viele Jahre hätte man im Zentrum einen Laden betrieben, aber der hätte den Anfordungen nicht mehr genügt, sagt Andreas Bühler von Migros Ostschweiz. Man hätte nach einem neuen Standort im Zentrum gesucht, aber weder eine befriedigende Parkplatzsituation noch eine geeignete Verkaufsfläche gefunden. Deshalb sei die Migros in Steckborn in die Peripherie.

«  Das sind unschöne Geschichten, aber leider keine Einzelfälle. Für kleine Zentren wie Altstätten oder Steckborn sind das ganz schwere Schläge. »

Paul Hasler
Mitglied «Netzwerk Altstadt»

Altstätten, Weinfelden und Steckborn: Laut Paul Hasler vom «Netzwerk Altstadt» schadet der Wegzug von Grossverteilern aus den Zentren vor allem den kleinen Läden und mache die Zentren weniger attraktiv. Deshalb müsse die Politik mit den Grossverteilern in Kontakt treten. Und zwar bevor diese den Gemeinden mitteilen, dass sie vorhaben, an die Peripherie ziehen.