Wasserkraftwerk Flibach: Kritik des WWF

Die Gemeinde Weesen und das St. Galler Energieunternehmen Entegra AG planen ein Kleinwasserkraftwerk am Flibach. Es soll Strom für rund 2000 Haushaltungen produzieren. Der WWF kritisiert das Projekt: Es mache keinen Sinn, ein solches Kraftwerk in einem Schutzgebiet zu bauen.

Flibach

Bildlegende: Strom aus dem Flibach: Das Wasser des Gebirgsbaches soll in einer Druckleitung ins Tal geführt werden. Entegra AG

Mit dem Kleinwasserkraftwerk sollen acht Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden. Dies decke den Bedarf von 2000 Haushaltungen, schreibt die Gemeinde Weesen im aktuellen Mitteilungsblatt.

Geplant ist, den Flibach oberhalb der Alp Matt zu fassen und das Wasser in einem drei Kilometer langen Druckstollen ins Tal zu leiten.

Der Flibach entspringt am Speer und mündet in den Walensee. Das Gebiet ist als Landschaft von nationaler Bedeutung im Bundesinventar verzeichnet. Deshalb müsse das Projekt auch von der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission begutachtet werden, sagt Beat Müller vom St. Galler Amt für Umwelt und Energie. Derzeit finde die Vorprüfung statt. Mit dem Baugesuch sei in frühestens sechs Monaten zu rechnen.

Daniel Heusser vom WWF Schweiz kritisiert die Pläne. Das Kleinkraftwerk werde geringe Mengen Strom produzieren «und womöglich vor allem im Sommer, wenn ohnehin Überschüsse aus der Solarenergie vorhanden sind». Es sei darum nicht sinnvoll ein solches Kraftwerk in einem Schutzgebiet zu bauen.

Insgesamt soll das Kraftwerk 11,5 Millionen Franken kosten. Finanziert wird es durch die Gemeinde Weesen und die Entegra AG. Man hoffe aber auch auf einen Zustupf durch die nationalen Förderprogramme, heisst es im Mitteilungsblatt der Gemeinde.