Weniger Bienen in der Ostschweiz

Jeder vierte Bienenkasten im Kanton St. Gallen ist leer, schätzt ein Experte. Das ist viel mehr als in anderen Jahren. Und es droht noch schlimmer zu werden.

Ein Blick zurück: Der vorletzte Winter war mild. Die Bienenvölker in der Ostschweiz haben gut überwintert und seien stark in den Frühling 2014 gestartet, erinnert sich Hans Oppliger, Leiter der kantonalen Fachstelle für Bienenhaltung. Die milden Wintertemperaturen hätten aber auch der Varroa-Milbe zugesagt. Sie habe sich stark vermehrt und die Bienen mit vielen Virus-Krankheiten angesteckt. Der nasse Sommer habe die Bienen schliesslich weiter geschwächt.

«  20 bis 30 Prozent aller Bienenkästen im Kanton
St. Gallen sind leer. Normalerweise sind es nur um die 10 Prozent der Bienen, die den Winter nicht überleben. »

Hans Oppliger
Leiter Fachstelle für Bienenhaltung, Kanton St. Gallen

Entsprechend seien die Jungen knapp versorgt worden, so dass nur wenige den Winter überlebten. Da sich die Bienen bei optimalen Bedingungen explosionsartig vermehren können, sei dieser Zustand nur bedingt besorgniserregend, so Oppliger gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF 1. Hans Oppliger aber zweifelt an der Geduld der Imker und warnt vor panikartigem Import.

«Stopp dem Bienen-Import»

Bienen aus Süditalien beispielsweise könnten den gefährlichen Bienen-Kasten-Käfer in die Ostschweiz schleppen. Dieser nistet sich im Kasten ein und macht das Bienenvolk samt der Brut, dem Honig und der Waben kabutt.

Ursprünglich kommt der Käfer aus Afrika. Seit dem letzten Herbst ist er auch in Europa aufgetaucht. Hans Oppliger warnt, mit dem Bienen-Import könnte das Bienensterben in der Ostschweiz erst recht weitergehen.