Wenn Kühe auf einer Matratze liegen

Der Kuh-Stall ist für die meisten Schweizer Bauern ein unantastbares Heiligtum. Anders im Thurgauischen Steckborn. Hier hat ein Milchbauer einen der ersten Kompostställe der Schweiz gebaut. Seit dem Frühling liegen die Kühe bequem auf einer Matratze aus Sägemehl.

Milchbauer Hubert Hegglin hat den ersten Kompoststall in der Schweiz gebaut.

Bildlegende: Milchbauer Hubert Hegglin hat den ersten Kompoststall in der Schweiz gebaut. SRF

Zwei Mal täglich wird die sogenannte Matratze maschinell durchmischt und gewendet! Neues Sägemehl wird alle 4-6 Wochen eingestreut. Die Kühe liegen wo sie wollen. Und so funktioniert der Kompoststall: Die Unterlage nimmt Urin und Kuh-Fladen auf. Mikroorganismen verrotten das Ganze auf natürliche Weise, wobei es bis zu 50 Grad war werden kann. Bei diesen Temperaturen verdampft das Wasser und die Kompostmatratze bleibt trocken.

Setzt sich der neue Trend durch?

Bei Bauer Hubert Hegglins Kühen in Steckborn ging die Klauenfäule in den ersten vier Monaten dank des Kompoststalls zurück. Diesen neuen Trend in der Schweizer Milchviehhaltung wird auch von Christof Baumgartner vom Landwirtschaftlichen Bildungs-und Beratungszentrum Arenenberg begleitet. Für ihn ist klar, der neue Trend wird sich nicht durchsetzen.