Frühfranzösich im Thurgau Wenn Zeit Politik macht

Die zweite Lesung im Thurgauer Grossen Rat zum Frühfranzösisch wurde um einen Monat verschoben. Befürworter hoffen nun, dass sich in dieser Zeit eine Mehrheit für einen Streichungsantrag finden lässt.

Kind schreibt

Bildlegende: Die Mehrheiten im Grossen Rat zum Frühfranzösisch sind vielleicht doch noch nicht gemacht. Keystone

Ausgangslage: Der Kantonsrat hat sich in der ersten Lesung gegen das Frühfranzösisch ausgesprochen. Wie üblich findet nun eine zweite Lesung statt. Diese wurde aber um einen Monat vertagt, weil die Wahl des Parlamentspräsidenten und die Diskussion am gleichen Morgen auf der Traktandenliste gestanden wären.

Schwankende: In der ersten Lesung monierten verschiedene Parlamentarier, dass sie eigentlich für das Frühfranzösisch seien. Sie kritisieren aber die Umsetzung des Kantons. Mit besseren Rahmenbedingungen für die Schulen und einer guten Absprache zwischen Kanton und Lehrern würde er für das Frühfranzösisch stimmen, sagt Kurt Egger, Präsident der Grünen Partei Thurgau.

Befürworter: Bereits in der ersten Lesung stellte die SP einen Streichungsantrag. Dieser wurde mit 64 zu 53 Stimmen abgelehnt. Die Befürworter rechnen auch in der zweiten Lesung mit einem solchen Antrag. Wenn dafür mindestens sechs Stimmen mehr gefunden werden, wäre das geplante Gesetz vom Tisch. Viele der befragten Parlamentarier sehen dieses Szenario aber eher als Hoffnung denn als konkrete Möglichkeit.

Gegner: Für die SVP-Fraktion ist klar, dass die Meinungen gemacht sind und sich auch nicht mehr ändern lassen. Sie rechnen damit, dass der Grosse Rat das Frühfranzösisch auch in zweiter Lesung auf die Oberstufe verschieben wird. Gegen das neue Gesetz könnte allerdings das Referendum ergriffen werden.