Wer folgt in St. Gallen auf Martin Gehrer?

Das Rennen um die Ständerats- und Nationalratssitze ist in vollem Lauf, da eröffnet Martin Gehrer mit seinem Rücktritt schon das kantonale Rennen. Wer hat Anspruch auf den Regierungs-Sitz? Rein rechnerisch sollte er in den Händen der CVP bleiben. Aber auch die SVP liebäugelt mit einem zweiten.

St. Galler Kantonsratssaal während einer Session

Bildlegende: Das Karussell hat angefangen zu drehen: Wer nimmt in Zukunft Platz auf dem freiwerdenden Sitz von Martin Gehrer? zvg

Die Rücktritts-Ankündigung des St. Galler Regierungsrats Martin Gehrer kam für CVP-Präsident Patrick Dürr überraschend. Gerne hätte man Gehrer weiter in der St. Galler Regierung gesehen, doch respektiere man seine Entscheidung.

Wer folgt? Dies müsse die Parteileitung nun an einer der nächsten Sitzungen besprechen, so Dürr. Man habe zurzeit weder einen Namen, noch eine Strategie. Heisst das, dass die CVP den Ausgang der nationalen Wahlen abwartet oder gibt sie schon vor dem nationalen Wahlherbst einen Namen für den St. Galler Regierungsratssitz bekannt? «Eines ist klar: wir werden den zweiten Sitz verteidigen, wir haben gemäss Wähleranteil Anspruch darauf», sagt CVP-Präsident Patrick Dürr.

Auf Nachfrage gibt sich die SVP noch bedeckt. Die politsche Ausgangslage ändere sich ständig, rein mathematisch habe die SVP aber Anspruch auf einen zweiten Sitz, findet Fraktionspräsident Michael Götte. Vor vier Jahren wollte die SVP den Sitz der SP wegschnappen, nun wird ein Sitz einer bürgerlichen Partei frei. «Die CVP hat rechnerisch ebenfalls Anspruch auf einen zweiten Sitz», sagt Michael Götte. Bis eine Entscheidung gefällt werde, würden noch viele Gespräche stattfinden. Zudem gelte es abzuwarten, ob es noch weitere Vakanzen gibt.