Westschweizer Verein kämpft gegen Villenbesitzer am Bodenseeufer

Der Verein «Rives Publiques», welcher für öffentliche Ufer kämpft, baut einen Ableger in der Ostschweiz auf. Nach mehreren Erfolgen in der Westschweiz soll nun auch das Bodenseeufer möglichst überall öffentlich zugänglich sein.

Frau am Seeufer.

Bildlegende: Ausspannen am Seeufer: Der Verein «Rives Publiques» setzt sich dafür ein. Keystone

«An den öffentlichen Gewässern (...) besteht unter Vorbehalt anderweitigen Nachweises kein Privateigentum»: So steht es in Artikel 664 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Für den Westschweizer Verein «Rives Publiques» ist damit klar: Die Ufer entlang von öffentlichen Seen gehören allen. Das heisst: Hausbesitzer mit privatem Seeanstoss müssten ihre Grundstücke für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Um sich für dieses Anliegen auch in der Bodenseeregion stark zu machen, will der Verein in der Ostschweiz einen Ableger gründen, erklärt Gründungspräsident Victor von Wartburg gegenüber Radio SRF. Er stehe in Kontakt mit Jörg Steiner aus Rorschach, der sich bisher vor allem in der Gemeinde Rorschacherberg für einen öffentlichen Seeuferweg stark machte.

«Auch im Kanton Thurgau besteht Handlungsbedarf», sagt Steiner in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz». Steiner betont jedoch, nicht von sich aus aktiv zu werden. «Wir üben nicht grundsätzlich Druck aus, aber unterstützen alle, die sich für ihre Rechte einsetzen wollen.»

Mit den Seeufern entlang des Bodensees beschäftigen sich derzeit auch die Raumplaner des Kantons Thurgau. Sie überarbeiten die Uferplanung und wollen dort, wo es Sinn macht, private Uferzonen öffentlich zugänglich machen.