Circus Knie Wie der Circus zu seinen Marokkanern kam

Früher zog mit dem Zirkus eine «Völkerschau» mit fremden Völkern durchs Land. Der Circus Knie stellte vor 60 Jahren aus diesen «Völkerschauen» Marokkaner ein. Seither kommen alle Zeltarbeiter beim «Knie» aus Nordafrika. Einer davon ist Omar. Er kontrolliert seit 24 Jahren die Eintrittsbillette.

Omar Habboun aus Marokko arbeitet schon über 20 Jahre beim Circus Knie.

Bildlegende: Omar Habboun aus Marokko arbeitet schon über 20 Jahre beim Circus Knie. SRF

Omar ist 42 Jahre alt. Mehr als die Hälfte seines Lebens arbeitet er schon beim Schweizer Nationalcircus. In diesem Frühling startet er in seine 24. Saison: «Ich arbeite gerne hier. Alles Geld schicke ich immer meiner Familie in Marokko». Omar kontrolliert die Billette am Haupteingang des Zirkuszelts. Schon sein Vater war beim Knie angestellt.

Lange Tradition

«Ohne unsere Marokkaner wären wir um eine Tradition ärmer», sagt Circusdirektor Fredy Knie Junior. In den 1950er Jahren zogen «Völkerschauen» mit Schlangenbeschwörern aus Marokko mit dem Circus durchs Land. Später wurden Arbeiter aus Marokko für den Auf-und Abbau des Circuszelts angestellt. Und das ist auch heue noch so. 30 Zeltarbeiter aus Morkko ziehen auch in der neuen Saison mit dem Knie durch die Schweiz. Einer davon ist seit 24 Jahren Omar: «Wie lange ich das noch mache? Keine Ahnung. Vielleicht noch einmal 24 Jahre?»

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr