Wie weiter mit dem Klanghaus Toggenburg: Ein Streitgespräch

Auf der einen Seite der zuständige Regierungsrat und Kulturdirektor Martin Klöti (FDP), auf der anderen Kantonsrat und einer der Projektgegner Karl Güntzel (SVP): Eine Diskussion über Investition in die Kultur, zu hohe Wände und ausgebuchte Musikkurse.

Nach 12 Jahren Arbeit wurde das Projekt Klanghaus Toggenburg am Mittwoch vom St. Galler Kantonsrat gebodigt. Der Bau hätte 24 Millionen Franken gekostet. Fünf Millionen hätten Stiftungen und Gönner beigesteuert, 19 Millionen der Kanton.

Karl Güntzel: «Ich bin nicht zwingend gegen Kultur. Aber wenn der Kanton so oder so zu wenig Geld hat, ist mir egal ob es in ein naturnahes Projekt wie das Klanghaus oder in Jazz investiert wird.»

«  Dafür haben wir kein Geld im Moment. »

Karl Güntzel

Martin Klöti: «Es ist natürlich einfach bei der Kultur zu sparen. Bei der Gesundheit wird weniger diskutiert, weil ein Auftrag gesetzlich verankert ist. Bei der Kultur ist es einfacher Geld zu streichen. In einem Staat braucht es aber auch etwas für Geist und Seele. Und in einem stabilen Haushalt sollen Investitionen möglich sein.»

Karl Güntzel: «Wir sind weit weg von einer Stabilisierung. Wir von der SVP wollen nicht frischfröhlich investieren.»

Martin Klöti: «Die Investition macht nicht ein Prozent von unserem Haushalt aus. Man muss auch mal die Relation sehen. Zudem wäre das Projekt wichtig für die Region Toggenburg gewesen.»

Karl Güntzel: «Wir ignorieren die wirtschaftlichen und regionalpolitischen Überlegungen nicht. Aber ich bin mir nicht sicher, ob nach dem ersten Jahr immer noch so viele Gäste wie vorhergesagt kommen würden. Das Haus ist viel zu gross, das kann vielleicht gar nicht gefüllt werden.»

Martin Klöti: «Der Businessplan zeigt, dass entsprechende Musikkurse schon jetzt ausgebucht sind. Das Klanghaus wäre vom ersten Tag an ausgebucht gewesen.»

«  Ich habe nicht auf einer Maximalvariante beharrt, ich mache einfach keine halben Sachen. »

Martin Klöti

Karl Güntzel: «Wir haben Achtung vor der Klangwelt Toggenburg. Mit dem jetzigen Entscheid wären wir ein, zwei Schritte zu weit gegangen. Wir haben bereits grosse Sakralräume im Toggenburg. Hinter einem kleineren Projekt würden wir stehen.»

Martin Klöti: «Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir uns mit den Gegner noch finden. Hinter der Grundidee stehen sie ja, das Volumen scheint das Hauptproblem. Ich denke wir können im nächsten Jahr noch einmal eine offene Diskussion führen.»

Karl Güntzel: «Es muss ein klareres Konzept geben und zuerst etwas Zeit vergehen. Sonst wirkt ein neues Projekt wie eine Trotzreaktion.»