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Ostschweiz Wiler SVP diskutiert Fall Sarah Bösch

Die SVP-Fraktion des Wiler Stadtparlaments hat am Montag bis weit in die Nacht hinein über Sarah Bösch diskutiert. Die Stadtparlamentarierin soll sich vor einer Woche auf Facebook abwertend gegenüber der Polizei geäussert haben. Nun entschuldigt sich die Politikerin.

Sarah Bösch
Legende: Die 33jährige Wiler Stadtparlamentarierin Sarah Bösch steht in der Kritik: Die SVP diskutiert den Fraktionsausschluss. ZVG

«Ich fühle mich munter, frisch, spüre null Promille!», schrieb die Wiler Stadtparlamentarierin Sarah Bösch Mitte April auf Facebook, nachdem sie am Vortag von der St. Galler Stadtpolizei mit 0,8 Promille angehalten wurde. Weiter beschwerte sie sich auf Facebook über die «krasse Bürokratie» und darüber, dass sie «wie ein Sträfling» von der Polizei abgeführt wurde. Inzwischen hat die Politikerin den Eintrag gelöscht.

Das Thema ist aber noch nicht ausgestanden. Am Montagabend diskutierten die acht Mitglieder der SVP-Fraktion des Wiler Stadtparlaments über den künftigen Umgang mit Sarah Bösch. Die Fraktion distanziere sich von «den abwertenden Äusserungen in aller Deutlichkeit», sagt Ortsparteipräsident Klaus Rüdiger. Die Fraktion lege grossen Wert auf Glaubwürdigkeit in einem öffentlichen Amt und werde deshalb «interne Verhaltensregeln im Umgang mit Social Media» erlassen.

«Unregelmässigkeiten» bei Kindertagesstätte

Kommende Woche will die Fraktion nochmals über den Fall diskutieren. Unter anderem wird es dann auch um die «Ungereimtheiten» gehen beim Aufbau einer Kindertagesstätte für behinderte Kinder in Wädenswil (ZH). Der Aaurgauer Kantonsrat Andreas Glarner bestätigt gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz», dass er 5000 Franken für den Aufbau der «Kita Alpeglöggli» gespendet habe, dass dieses Geld aber nie beim Verein angekommen sei.

Ebenfalls wird an der Fraktionssitzung Thema, weshalb Sarah Bösch vor zwei Jahren aus der SVP-Ortspartei Kilchberg (ZH) ausgeschlossen wurde. Auch hier sei es zu «Unregelmässigkeiten» gekommen, wie der Zürcher SVP-Parteisekretär Reinhard Wegelin bestätigt. Er habe daraufhin die Wiler Ortspartei und zuvor auch die St.Galler Stadtpartei darüber informiert, wo Bösch ebenfalls Mitglied war.

Bösch entschuldigt sich

In der Zwischenzeit hat sich Sarah Bösch auf Facebook bei der Polizei entschuldigt. Die Politikerin schreibt: «Heute möchte ich mich aber für meine unbedachten Äusserungen gegenüber der St. Galler Polizei in aller Form entschuldigen. Diese habe ich im Stress formuliert und bedaure sie heute (...) Ich möchte gerne mit meinem Fehlverhalten unsere Jugend daran erinnern, dass Alkohol am Steuer mit Null-Toleranz zu begegnen ist.»

Seit März im Stadtparlament

Sarah Bösch ist Jahrgang 1982. Als Beruf gibt sie auf der Webseite der Stadt Wil «Fachfrau Behindertenbereich» an. Seit dem 5. März 2015 ist sie Mitglied des Wiler Stadtparlaments. Zuvor wurden ihr Kandidaturen in den Zürcher Kantonsrat und für dieSt. Galler SVP in den Nationalrat verwehrt.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Trueb, Wil SG
    Die SVP Wil SG schaut nicht zu, laut Medienmitteilung klärt sie ab. Und das seriös und ohne Druck durch die Medien oder die Öffentlichkeit. Die SVP ist sich bewusst, dass durch das hohe Medieninteresse auch die Öffentlichkeit informiert werden will. Sobald die SVP Wil alle Fakten geprüft und parteiintern entschieden hat, wird weiter informiert werden. Vom persönlichen Fehlverhalten hat sich die SVP Wil klar distanziert. Mittlerweile hat sich Frau Bösch für Ihre Fehler offiziell entschuldigt.
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  • Kommentar von susanne erni, wil
    Sarah Bösch ist nicht mehr tragbar,wie lange schaut die SVP noch zu,?
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  • Kommentar von Urs Trueb, Wil SG
    In erster Linie geht es hier um folgende Botschaften: ...es kommen da so einige wichtige und entscheidende Bereiche zum Ausdruck: 1 die SVP distanziert sich von abwertenden Äusserungen 2 die SVP legt grossen Wert auf die Glaubwürdigkeit in einem öffentlichen Amt. 3 die SVP erarbeitet interne Verhaltensregeln für den Umgang mit Social Media. 4 die SVP klärt zur Zeit ab ob und wenn ja... und ist für Vorbildfunktion 5 die SVP schätzt die Arbeit der Sicherheitskräfte ausserordentlich.
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