Zeltstädte und Containersiedlungen als Asylunterkünfte

Der kantonale Führungsstab bereitet sich auf die Flüchtlinge vor, die schon bald wieder an der Schweizer Grenze Asyl suchen. In St. Gallen werden nun auch Alternativen zu den Zivilschutzanlagen geprüft – zum Beispiel Zeltstädte, alte Industriehallen oder Containersiedlungen.

Asylsuchende spielen Tischfussball

Bildlegende: Der Führungsstab des Kantons St.Gallen macht sich Gedanken, wie Asylsuchende betreut werden können. Keystone

Asylsuchende sollen künftig innert 48 Stunden im Schnellverfahren den Kantonen zugeteilt werden. So will es das Notfallkonzept des Bundes. Der Kanton St. Gallen muss somit pro Tag mit bis zu 500 Asylsuchende rechnen.

Kanton sucht Alternativen zu den Zivilschutzanlagen

Der kantonale Führungsstab hat sich deshalb Gedanken gemacht, wie die Asylsuchenden in geeigneten Liegenschaften untergebracht werden können. «Wir haben einerseits Zivilschutzanlagen und geschützte Operationssäle in den Spitälern, die sehr schnell verfügbar sind. Wenn wir aber davon ausgehen, dass wir die Leute länger in solchen Strukturen unterbringen müssen, dann sind Zivilschutzanlagen nicht geeignet. Da schauen wir uns nach alternativen Modelle um – zum Beispiel Zelte, Fabrikhallen oder Containerstädte», sagt Jörg Köhler, Leiter des St. Galler Amtes für Militär und Zivilschutz.

Einsatz für «Zivis»

Auch für die Betreuung der Asylsuchenden werden Alternativen geprüft. «Wir müssen innerhalb von 48 Stunden bereit sein. Das schaffen wir nur mit dem Zivilschutz. Wenn ein Einsatz länger dauert – zwanzig bis dreissig Tage –, dann überlegen wir, Zivildienstleistende einzusetzen, Arbeitslose oder Freiwillige», so Köhler.