Zivilschutzkräfte betreuen Asylsuchende

In der Zivilschutzanlage Weier in Wildhaus-Alt St. Johann werden 50 bis 80 Asylsuchende untergebracht. Die Unterbringung sei temporär, schreibt der Kanton St. Gallen. Erstmals seit rund 15 Jahren werden zur Betreung der Asylsuchenden Zivilschutzkräfte aufgeboten.

Zivilschutzanlage Weier

Bildlegende: In dieser Zivilschutzanlage in Wildhaus-Alt St. Johann werden die Asylsuchenden untergebracht. zvg

In der Anlage werden hauptsächlich Einzelpersonen aufgenommen. Die Leitung des Betreuungseinsatzes obliegt der Zivilschutzorganisation Toggenburg. Die Betreuung erfolgt im 24-Stunden-Betrieb, tagsüber durch Schutzdienstpflichtige, nachts und am Wochenende durch eine private Sicherheitsfirma.

Die Unterbringung soll bis längstens Januar 2015 dauern. Grund: Die Zentren in Oberbüren, Necker, Eggersriet und Mols seien voll, deshalb sei der Kanton auf zusätzliche, vorläufige Unterbringungsplätze angewiesen, heisst es in einer Mitteilung des Kantons St. Gallen.

Es gehe darum, dass die Asylbewerber beschäftigt werden, sagt Peter Müller, Leiter Zivilschutz im Kanton St. Gallen. Dafür seien die Zivilschützer ausgebildet, häufig machen sie genau das in Altersheimen. Eine Herausforderung sei die Sprache: Wahrscheinlich müsse man sich vor allem mit den Händen verständigen, so Müller. Er spricht aber von einer Chance: Der Zivilschutz könne zeigen, wofür er eingesetzt werden kann.

In den letzten beiden Monaten erhielt St. Gallen vom Bund doppelt so viele Asylsuchende zugewiesen wie in den Monaten davor. Nach Prognosen des Bundesamtes für Migration muss der Kanton St. Gallen in nächster Zeit mit bis zu 120 neu zugeteilten Asylsuchenden pro Monat rechnen. Dies sind sechs Prozent der Asylsuchenden, die in der Schweiz eintreffen.