Zu wenig Kurzaufenthaltsbewilligungen in der Ostschweiz

Weniger Fachkräfte aus Drittstaaten ausserhalb der EU für Schweizer Unternehmen: Der letztjährige Entschluss des Bundesrates verärgerte die Kantone. Während in der Schweiz nun einige Kantone die tieferen Kontingente nicht ausschöpfen, stossen die Ostschweizer Kantone an ihre Grenzen.

Chinesische Skilehrer üben auf der Piste

Bildlegende: Im Kanton Graubünden werden vor allem im Tourismus Bewilligungen benötigt, zum Beispiel für chinesische Skilehrer. Keystone

Dieses Jahr dürfen 2000 Spezialisten weniger in der Schweiz arbeiten, die aus Drittstaaten ausserhalb der EU kommen. Dies hat der Bundesrat letztes Jahr entschieden. Zu diesen Staaten gehören beispielsweise China, Japan, Indien, Russland, Kanada oder auch die USA. Nun zeigt sich in der Ostschweiz, dass es vor allem bei den Kurzaufenthaltsbewilligungen einen Engpass geben dürfte.

Im Kanton St. Gallen wurden von den 121 verfügbaren Bewilligungen seit Anfang Jahr schon 50 ausgestellt. Letztes Jahr konnten noch 153 vergeben werden. Die Nachfrage habe sich dieses Jahr nicht verändert, heisst es auf Anfrage.

Ähnlich ist es im Kanton Graubünden. Dort werden vor allem in den Tourismusgebieten viele Bewilligungen benötigt – insbesondere für russische, chinesische oder indische Gästebetreuer. In diesem Bereich werde man an Grenzen stossen, sagt Paul Schwendener, Vorsteher des Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden.

Nachfrage bleibt hoch

Bisher gebe es auch keine Anzeichen eines wirtschaftlichen Rückgangs als Folge des Euro-Mindestkurs-Entscheids der Nationalbank. Die Nachfrage der Unternehmen sei in etwa gleich hoch wie in den Vorjahren, heisst es beim Thurgauer Amt für Wirtschaft. Auch im Kanton St. Gallen wirke sich der starke Franken bisher nicht auf die Nachfrage aus.