Zu wenig Plätze für Demenzkranke im Kanton Glarus

Der Verband der Krankenversicherer kritisierte kürzlich das Angebot der Pflegeheime im Kanton Glarus. Nun zeigt sich: Die Kritik war nur zum Teil berechtigt.

Baustelle

Bildlegende: Der Bau geht voran: Neun Plätze sollen zugunsten der Stiftung «glarnersteg» auf die Pflegeheimliste aufgenommen werden. zvg

Obwohl die Zahl der Rentner bis 2020 massiv ansteigen wird, genügen die Plätze in den Glarner Pflegeheimen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, den die Regierung erstellen liess. Für die Demenzkranken reicht das Angebot allerdings nicht aus.

762 Plätze gibt es in den Glarner Pflegeheimen. Setzt man dies in Relation mit der kantonalen Bevölkerung wird klar: Pro 1000 Einwohner gibt es 17,9 Pflegeheimplätze. Das sind überdurchschnittlich viele. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 11,6 Prozent. Die Auslastung ist gut und liegt bei 95 Prozent. Dies veranlasst die Glarner Regierung, auf neue Plätze zu verzichten, obwohl der Bericht empfiehlt, 22 Betten mehr zur Verfügung zu stellen.

Pflegeheimliste wurde kritisiert

Der Verband der Krankenversicherer hatte den Kanton kritisiert, weil es nach Ansicht von Santé Suisse in Glarus zu wenig Plätze für Demenzkranke gibt.

Letzteres räumt Regierungsrätin Marianne Lienhard ein. Man habe mit 85 Plätzen ein zu kleines Angebot. Dennoch werde der Kanton vorerst nichts unternehmen, sondern warten bis Pflege-Einrichtungen ihre Abteilungen erweitern oder gar auf Demenzkranke spezialisieren.

Damit hängige oder zukünftige Projekte eine Chance haben, wurde die Glarner Pflegeheimliste erst provisorisch festgelegt.