«Zur Geschichte gehören nicht nur die letzten 50 Jahre»

1966 - mitten im Bauboom der 50er- und 60er-Jahre - merkte der Kanton St. Gallen, dass es einen Kantonsarchäologen braucht. Zu viele Kulturgüter wurden beim Bauen und Graben zerstört. Heute, 50 Jahre später, wird Geburtstag gefeiert. Mit einer Sonderausstellung.

«  Durch den Bauboom in den 50 er und 60er Jahre wurden viele Fundstellen zerstört. Deswegen wollte der Kanton einen Profi anstellen, damit man die Fundstellen vor der Zerstörung dokumentieren kann. »

Martin Schindler
Kantonsarchäologe St. Gallen

Heute wird die Arbeit des Kantonsarchäologen nicht grundsätzlich bestritten, aber ein Ausbau wurde beim letzten Sparpaket nicht bewilligt.

«  Ein kompletter Verzicht auf die Archäologie ist nicht nötig, aber ein Ausbau liegt nicht drin. »

Michael Götte
Fraktionschef SVP/SG

Damit kann Martin Schindler leben. Sein Amt wird einerseits durch das reguläre Budget und andererseits durch den Lotteriefonds alimentiert. Und er plädiert dafür, dass man das beibehalten solle, denn die Archäologie hat aus seiner Sicht eine wichtige, gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht in die Hände von Privaten gehöre.

Die Sonderausstellung findet im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen statt. Sie öffnet am 1. Oktober und dauert bis 2. April.