Neue Moschee in Wil eröffnet Zweifel an der Integrationskraft

Der geplante Bau der Wiler Moschee löste vor Jahren die Anti-Minarett-Initiative aus. Die Kritiker von einst sind in der Zwischenzeit nicht verstummt. Die neue grosse Moschee in Wil löst in der Bevölkerung noch immer Misstrauen aus - auch ohne Minarett.

Imam Bekim Alimi vor «seiner» Moschee in Wil.

Bildlegende: Imam Bekim Alimi vor «seiner» Moschee in Wil. SRF

Die neue Moschee bietet Platz für 400 Besucher. Der zweijährigen Bauphase ging ein langjähriger Rechtsstreit voran. Mehr als 300 Einsprachen gingen ein, die aber alle abgewiesen wurden.

Gegner der ersten Stunde ist auch der Wiler SVP-Nationalrat Lukas Reimann: «Eine Moschee ist schlecht für die Integration.» Lukas Reimann befürchtet eine Islamisierung seiner Heimatstadt. 24'000 Einwohner leben in Wil. 15 Prozent sind Muslime.

Ein Begegnungszentrum

Für den Imam von Wil sind diese Vorbehalte nicht neu. Wegen der neuen Moschee würden nicht mehr Muslime nach Wil ziehen. Ausserdem mache man viel für die Integration. Schliesslich sei die neue Moschee ja auch ein Begegnungszentrum, damit sich Muslime und Andersgläubige näher kommen: «Wir haben eine Zuschauertribüne und alle unsere Freitagsgebete sind auf Deutsch. Integration ist wichtig für uns.»

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr