«Auf der Luterschwändi kann man das Unheil erahnen»

Der Alpsommer 1693 von Madleni Schilt und ihrem Christen Hirschi ist noch frei und unbeschwert. Doch ziehen dunkle Wolken auf: Im Täuferroman «Die Furgge» von Katharina Zimmermann ist die Alp der Ort, wo die Geschichte ihre Wendung nimmt.

Als auch der zweite Bub tot auf die Welt kommt, wird die Hauptfigur des Romans «Die Furgge» wahnsinnig. Die bernische reformierte Kirche will tote, ungetaufte Kinder nicht begraben und ihnen keinen Seelenfrieden gönnen.

Erst die Abkehr von der Trostlosigkeit dieser Kirche und die Zuwendung zu den Täufern, den Altevangelischen, rettet Madleni aus seiner Verzweiflung. Ihr Bekenntnis zu den Täufern bringt Madleni zwar Halt und Kraft, nimmt ihr aber die Familie, den Hof, das Land und schliesslich auch das Leben.

Erste Anzeichen für die sich anbahnende Tragödie sind im Sommer 1693 auf der Alp Luterschwändi erkennbar. Dort sind die Menschen dem Zugriff der hohen Herren aus Bern noch weniger ausgesetzt, aber bereits da ist die Rede von einer erneuten Täufer-Jagd. Madleni Schilt ist schwanger. Ihr Mann, Christen Hirschi, freut sich auf den Buben. Noch weiss er auf der Luterschwändi nicht, dass der Sohn tot auf die Welt kommt.

(Regionaljournal Sommerserie, 07:32 und 17:30 Uhr)

«Die Furgge»

«Die Furgge»

Von Katharina Zimmermann, Verlag Zytglogge, Erstausgabe 1989