Familienausflug «Drei Brotmöckli kannst Du mitnehmen»

Hand hält Brot, im Hintergrund Enten.

Bildlegende: SRF

Ein Spaziergang bei Sonnschein am Seeufer und mit den Kindern Enten füttern. Für viele Familien und Senioren ist das ein beliebtes Freizeitvergnügen. Vögel füttern ist Entspannung. Der Mensch neigt ohnehin dazu, Tiere füttern zu wollen.

Mann hält viel Brot in den Händen

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In der Familie von SRF-Redaktor Sascha Zürcher hat das schon Tradition. Am Sonntag wird das nicht gegessene Brot der vergangenen Woche eingepackt und bei einem ausgedehnten Spaziergang an die Wasservögel verfüttert.

Frau steht am Seeufer, im Hintergrund ein Hafen.

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Aber Vogelschützer machen ihm jetzt ein schlechtes Gewissen. Erica Willy, Zürchers Nachbarin, ist die Präsidentin des Natur- und Vogelschutzvereins «Meise». Der Verein hat zusammen mit der Stadt Arbon Verbotsschilder am ganzen Seeufer aufgestellt.

Das füttern der Vögel mache nicht nur keinen Sinn, sondern sei auch für die Umwelt schädlich, sagt Willy. Das natürliche Verhalten der Wasservögel werde verändert. Die Brotmassen sind als Futter nicht geeignet, viele Tiere auf engem Raum bedeutet Stress für die Tiere und Krankheiten werden schneller Übertragen.

Verbotsschild

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Nicht nur in Arbon ist das Entenfüttern verboten. Auch an vielen anderen Orten in der Schweiz ist das füttern von Wildvögeln verboten. Der Bund hat vor zwei Jahren ein Verbot in den Schutzgebieten eingeführt.

Enten im Wasser, eine schnappt sich ein Stück Brot.

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Für Sascha Zürcher und seine Kinder ist das blöd. Aber an eine Bemerkung seiner Nachbarin Erica Willy klammert er sich jetzt: «Drei Brotmöckli kannst Du mitnehmen». Daran hält er sich jetzt: Das Brot der Woche kommt nicht mehr an den See - aber ab und zu ein Weggli teilen, dafür hat er jetzt den Segen seiner Nachbarin, der Vogelschützerin.

(SRF1, Regionaljournal 17:30 Uhr)