38 Sommer im Zwischbergental Ein Älpler harrt aus

Eine einfach Steinhütte mit Hühnern und einem Hund im Vordergrund.

Bildlegende: SRF

Die Alphütte im Alpstafel «Härd» sieht praktisch noch gleich aus wie vor über 30 Jahren. Damals war ich hier mit meinen Eltern immer wieder auf Besuch. Meine Familie bewirtschaftete in dieser Zeit die Nachbaralp. Gelegentliche Ausflüge zu Lukas Escher dienten dem gegenseitigen Austausch von Neuigkeiten.

Ein Mann zieht eine Käseharfe durch die Käsemasse.

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Wie damals wird im Zwischbergental am offenen Holzfeuer gekäst. Einziger Unterschied: Der Älpler hat heute einen Helfer, der ihm dabei zur Hand geht: Roman Mazenauer hilft seit einigen Jahren auf dem Betrieb mit. Bis zum Ende des Sommers entstehen mit seiner Unterstützung etwa zwei Tonnen Alpkäse.

Der Älpler blickt in die Kamera.

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Der bald 60-jährige Lukas Escher hat dennoch genug zu tun: Die 16 Kühe müssen umsorgt werden. Früher waren es mehr. Es ist aber immer schwieriger, Tiere zu finden für die Sömmerung. Die auf Hochleistung getrimmten Milchkühe eignen sich nicht für die steilen Wiesen in den Walliser Bergen.

Blick über eine mit Lärchen durchsetzte Alpweide.

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Für den Älpler ist dennoch klar: So lange wie möglich will er weitermachen. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Zwischbergental vor der Vergandung zu bewahren. Dort, wo die Kühe nicht mehr grasen, sind die Wiesen nämlich schnell von Erlen überwachsen.

Ein paar Matrazen auf einem Holzboden.

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Die strenge Arbeit zehrt an den Kräften. Escher führt den Alpbetrieb noch beinahe so wie vor hundert Jahren, in den Alphütten gibt es kaum Komfort.

Ein Holzherd vor der Hütte mit ein paar schwarzgebrannten Pfannen.

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Er habe sich oft gefragt, warum er sich das antue. Bereut habe er seine Zeit hier oben dennoch nie. Der Mensch gedeihe in der Natur besser als in der Stadt, davon ist der Sohn eines Advokaten aus Brig überzeugt.

Drei verfallene Steinhütten auf einer Alpwiese.

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Als viele das abgelegene Tal verliessen, um in den Städten ihr Auskommen zu finden, entschied er sich für das Gegenteil. Dennoch kann er den Verfall nicht ganz aufhalten.

Wie es nach ihm weitergehen wird, ist unklar. Es ist sehr schwierig, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, die sich unter diesen Voraussetzungen für ein Leben im Zwischbergental entscheiden könnte.

Eine Frau sitzt vor einer Feuerstelle am Boden.

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Meine Eltern hatten das Glück, jemanden zu finden, der ihre Arbeit weiterführt. Ich wünsche Lukas Escher und dem Zwischbergental, dass ihm das auch gelingen wird.

(SRF1, Regionaljournal 6.32/17.30 Uhr)