Ein Rückzugsort für Schriftstellerinnen und Schriftsteller

Das «Haus am See» am Vierwaldstättersee kann von Autorinnen und Künstlern gemietet werden. Im kleinen Riegelhaus direkt am Wasser entstanden einige Bücher, nicht zuletzt weil der Ort so inspirierend ist. So schrieb auch die Luzerner Schriftstellerin Theres Roth-Hunkeler zwei ihrer Bücher dort.

Das «Haus am See» ist ein kleines Haus im Park der Villa Krämerstein, wo bis 2005 die Journalistenschule MAZ untergebracht war. Die Villa liegt in der Luzerner Gemeinde Horw. Das Riegelhaus war früher eine Vorratskammer für die Herrschaften in der grossen Villa Krämerstein, welche im 18. Jahrhundert erbaut wurde.

«  Wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man die Linie zwischen Land und Wasser gar nicht. »

Theres Roth-Hunkeler
Autorin

Peter Schulz, Gründer der Journalistenschule, hatte die Idee zum «Haus am See»: «Ich dachte immer dieses kleine Haus direkt am Wasser, unterhalb der Villa Krämerstein, muss unbedingt aufgewertet werden. Es wäre sonst eine Verschwendung dieses schönen Ortes. Da kam mir die Idee, es Kunstschaffenden zur Verfügung zu stellen und die Gemeinde Horw unterstützte meine Idee. 1990 wurde die Stiftung für das ‹Haus am See› gegründet.»

Die Luzerner Schriftstellerin Theres Roth-Hunkeler kam schon zwei Mal für ein paar Wochen ins «Haus am See»: «Dieser Ort ist so inspirierend, weil das Haus direkt am Wasser steht. Wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man die Linie zwischen Land und Wasser gar nicht. Deshalb ruft es förmlich nach gewissen Worten, Sätzen und Formulierungen.»

«  Es gab mir Raum für meine Gedanken. »

Theres Roth-Hunkeler
Autorin

Das Buch «Erzähl die Nacht» von Theres Roth-Hunkeler entstand im «Haus am See».

Der Ort ist gleichzeitig auch Schauplatz im Roman: «Das Haus und die Atmosphäre rundherum ermöglichten es mir, es mit fiktiven Personen zu füllen. Es gab mir Raum für meine Gedanken», schwärmt Theres Roth-Hunkeler vom «Haus am See».

«Das Hörspiel des Sees. Die leisen Wellen. Der Regen. Die Schreie der Wasservögel und das ferne Tuten eines Schiffes und am anderen Ufer die schweigenden Berge. Ja, es stimmte, Irene konnte sich so oft in den Arm kneifen wie sie wollte. Es gab diese Welt vor dem Fenster und es gab dieses Haus, das so nahe am See stand, dass sie die Linie, die Land und Wasser trennt nicht sehen konnte, blickte sie aus dem Fenster.»

(Regionaljournal Sommerserie, 07:32 und 17:30 Uhr)

Das Buch

Das Buch

Von Theres Roth-Hunkeler
Erschienen 2000, Rotpunktverlag Zürich