Grün 80 Eine Ausstellung, von der eine ganze Region noch immer profitiert

Die britische Königin Elizabeth beim Besuch der Grün 80.

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Münchenstein ist eine unspektakuläre Agglo-Gemeinde, die mit der Stadt Basel zusammengewachsen ist. 1980 rückte sie jedoch ins Schweizer Scheinwerferlicht. Auf ihrem Gemeindegebiet fand die Gartenbau-Ausstellung Grün 80 statt. Sechs Monate lang strömten die Menschen aufs Gelände. Bekannteste Besucherin war die englische Königin Elizabeth.

Der Dinosaurier im Jahr 1980.

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SRF-Redaktor Patrick Künzle, der in Münchenstein aufgewachsen ist, war damals 6 Jahre alt. Vieles von der Grün 80 ist ihm heute noch präsent. Die Fahrt auf dem Monorail beispielsweise. Oder der Auftritt des damals von ihm heissgeliebten Trio Eugster. Vor allem aber der Dinosaurier. Die riesige Tierfigur stand auf einem Hügel des Ausstellungsgeländes und entwickelte sich zum Symbol der Ausstellung.

Dinosaurier in der Grün 80.

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Heute, 37 Jahre später, lässt sich das Erbe der Ausstellung begutachten. Aus dem 60 Fussballfelder grossen Areal ist ein Park geworden. Auch heute noch steht ein Dinosaurier auf dem früheren Ausstellungsgelände. Es ist eine Nachbildung.

Der Original-Dino war nur für die Ausstellung konzipiert, weil er jedoch ungemein beliebt war, liess man ihn zunächst auf dem Areal stehen. Nach zwanzig Jahren ging er jedoch kaputt.

Blick von einem Hügel über das ehemalige Ausstellungsgelände.

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Auch wenn es nicht mehr der Original-Dinosaurier ist, so steht diese Figur dennoch exemplarisch für das Erbe der Grün 80. Von der Ausstellung ist vieles übrig geblieben und wird heute noch genutzt. Der Park ist ungemein beliebt bei Jung und Alt.

Hans-Peter Ryhiner, Direktor der Grün 80.

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An schönen Sommertagen wimmelt es vor Menschen. Entsprechend stolz ist der ehemalige Grün-80-Direktor Hans-Peter Ryhiner. «Wir haben von Anfang an gesagt: Wir wollen keine Wegwerf-Ausstellung, sondern eine Ausstellung, von der die Leute noch Jahre später profitieren. Dies ist uns gelungen.»

SRF-Redaktor Patrick Künzle

Bildlegende: SRF

Tatsächlich, sagt SRF-Redaktor Patrick Künzle (Bild oben), sei die Grün 80 ein Glücksfall für die ganze Region. Auf dem ehemaligen Ausstellungsgelände sei ein Naherholungsgebiet für die Stadt Basel entstanden. Kinder geniessen die grosszügigen Spielplätze, Jugendliche treffen sich zum Minigolf, Sportliche gehen joggen, Senioren schätzen die Restaurants.

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Ein Treffpunkt für alle

0:34 min, vom 19.7.2017

Die Grün 80 ist ein Beispiel dafür, dass ein Grossanlass auch nachhaltig sein kann. Das ist darum interessant, weil in letzter Zeit in der Schweiz immer wieder Grossanlässe vom Stimmvolk an der Urne abgelehnt wurden - etwa Olympische Spiele oder Landesausstellungen. Ein Grund für die Ablehnung war, dass die Stimmbürger den Nutzen für sich selber nicht sahen.

«  Wir haben von Anfang an gesagt: Wir wollen keine Wegwerf-Ausstellung. »

Hans-Peter Ryhiner
Ehemaliger Direktor der Grün 80

Insofern könnte die Grün 80 eine Vorbildfunktion haben, wenn es darum geht, wie ein Grossprojekt angepackt werden kann, um es mehrheitsfähig zu machen. Dies bestätigt Juri Steiner.

Der Kunsthistoriker arbeitet derzeit an einer Studie, wie eine Landesausstellung 2030 aussehen könnte. Er tut dies im Auftrag der zehn grössten Schweizer Städte. Das Thema Nachhaltigkeit spiele in seinen Überlegungen eine grosse Rolle.

Juri Steiner

Bildlegende: SRF

Nachhaltigkeit könnte somit der Schlüssel dazu sein, die Stimmbevölkerung für ein Grossprojekt zu begeistern. In der Region Basel jedenfalls sind sich die Menschen einig, dass sich die Investitionen für die Grün 80 gelohnt haben.

(SRF1, Regionaljournal 17:30 Uhr)