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Am Hallwilersee leben Menschen und Schwäne meistens gut zusammen – aber nicht immer läuft alles problemlos
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 18.07.2019.
abspielen. Laufzeit 13:04 Minuten.
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Leben am Hallwilersee Schwan gegen Mensch: Kampf in der Uferzone

Seit Jahren wird am Hallwilersee an der Grenze der Kantone Aargau und Luzern darüber diskutiert und gestritten: Was ist der richtige Umgang mit den vielen Schwänen? Nicht nur viele Badegäste hatten und haben immer wieder Begegnungen mit den Schwänen, auch in den Landwirtschaftsbetrieben um den See sorgt der Wasservogel nicht nur für Freude.

Schwan pickt Früchte von Badegästen weg
Legende: SRF

Ob im Wasser oder am Ufer: Wenn man sich an den Badeplätzen um den Hallwilersee umhört, dann wissen viele Leute etwas zu erzählen. Dem einen hat ein Schwan im Wasser auf den Kopf gepickt, der anderen das Znüni weggefressen. Dennoch schätzt man die Tiere auch, sie gehörten zur Atmosphäre am See, sagen viele Leute.

Traditionellerweise kümmert sich die «Schwanenkolonie Hallwilersee» um den Bestand der stolzen, weissen Wasservögel. Seit 1902 kümmert sich der private Verein um die Schwäne, die Vereinsgründer hatten die Vögel erst am Hallwilersee angesiedelt.

Ausschnitt aus Jubiläumsschrift mit Foto von 1905, zwei Schwäne in einem Gehege im See
Legende: In einer Jubiläumsschrift zeigte die Schwanenkolonie Bilder aus ihren Anfangszeiten. Sie existiert seit 117 Jahren. zvg/Schwanenkolonie Hallwilersee Jubiläumsschrift 2002 , Link öffnet in einem neuen Fenster

Im Winter wurden die Tiere gefüttert, damit sie die kalte Jahreszeit überstehen. Im Frühling wurden den Schwänen zur Regulierung des Bestandes einzelne Eier gestohlen. Noch heute steht auf der Website des Vereins, eine seiner wichtigsten Aufgaben sei «der Eingriff ins Brutgeschäft.»

Höhere Hürden für Wildtier-Regulation

Tatsächlich unterstützte der Kanton Aargau auch von offizieller Seite her diese Regulierung jahrelang. «Die Schwäne verkoten Wiesen oder zerstören diese beim Fressen, auch die Trauben in den Rebbergen mögen sie», erklärt der zuständige Experte beim Umweltdepartement, Erwin Osterwalder. «Die Region Hallwilersee ist kein Naturreservat, sondern es ist eine Kulturlandschaft. Wenn es Konflikte gibt, dann muss man eingreifen.»

Traktor auf Wiese am Hallwilersee
Legende: SRF

Allerdings: Nach einer Weisung des Bundesgerichts hat sich diese Praxis geändert. Die Regulierung von Wildtierbeständen muss heute verfügt werden, und diese Verfügungen können von Natur- und Tierschutzverbänden angefochten werden. Im Fall Hallwilersee gab es deshalb Diskussionen.

Zusammenleben in der Schweiz

Von A wie Alpleben bis Z wie Zwischennutzung: In einer Serie stellen wir in diesem Sommer weitere Lebensgemeinschaften in den verschiedenen Regionen der Schweiz vor.

Es gibt kein Patentrezept

Heute ist die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Schwanenkolonie wieder konstruktiv, wie Präsident Thomas Eichenberger betont. Zudem will auch die Schwanenkolonie neue Wege suchen, um das Zusammenleben zwischen Schwan und Mensch – auch ohne Geburtenkontrolle – zu verbessern. Falls nötig würde man aber natürlich auch wieder auf die Geburtenkontrolle zurückkommen.

Schwan am Hallwilersee
Legende: SRF

Gesucht ist am Hallwilersee also ein natürlicherer Umgang im Konflikt zwischen Mensch und Tier. An diesem Beispiel zeigt sich auch, wie sich die «Tierliebe» der Menschen verändert hat. Im Gründungsjahr 1902 durfte die Schwanenkolonie am Hallwilersee nämlich noch auf tatkräftige Unterstützung des Tierschutzvereins zählen. Obwohl das erste Schwanenpaar noch in einem aus heutiger Sicht ziemlich engen Gehege gefangen war.

Was ist mit dem Kaiman?

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Die Sichtung eines exotischen Reptils im Hallwilersee hat diese Woche für nationale Schlagzeilen gesorgt. Auf den Bestand der Schwanenpopulation dürfte der kleine Räuber allerdings keinen Einfluss haben. Seine Beute sind vor allem kleinere Wasservögel wie Enten.

Zudem erwarten die Experten, dass der Kaiman, falls er nicht vorher gefunden und gefangen wird, spätestens in der kälteren Jahreszeit eingehen wird. Er ist im hiesigen Klima in der freien Wildbahn nicht überlebensfähig.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das einzig, wirklich gefährliche, verantwortungslose, egoistische, habgierige Lebewesen dieser Erde, ist der MENSCH. Daher muss sich der Mensch wieder anpassen lernen, an Natur und Tier.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Einmal mehr, kommen sich Tier und Mensch ins "Gehege". Die Frage muss sein, was kann jeder betroffene "MENSCH" tun, wie sich verhalten, um Schwierigkeiten zwischen Tier und Mensch zu verhindern?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Wenn Schwäne auf einem offiziellen Strandbad am Hallwilersee zu aggressiv werden, braucht es zwei Massnahmen: Der Bademeister des Badestrands muss dafür sorgen, dass sich die Tiere nicht in zu grosser Anzahl dort aufhalten und alles erlauben dürfen. Zweitens sollten die Gäste auf den Plegerwiesen nicht das ganze Zvieri (oder Mittags-Picknick) einfach offen und unbeaufsichtigt herum liegen lassen! Fazit: Jede Medaille in unserer Konsum- und Spassgesellschaft hat 2 Seiten!
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