Rauschdichten in der Berner Beiz

Drei junge Autoren treffen sich regelmässig in einem Bistrot. Dann entscheidet das Los, wer spontan einen Text schreiben und diesen vor der versammelten Beiz vortragen muss. Ob das gut geht?

Schreiben. Das ist etwas, das man am besten für sich alleine macht. Da sind sich Sam Hofacher, Renato Kaiser und Christoph Simon einig. Trotzdem treffen sich die drei Autoren einmal pro Monat im Berner Musigbistrot zum Rauschdichten.

Eigentlich wäre es eine ganz normale Lesebühne, an der die Autoren neue Texte zum Teil zum ersten Mal einem Publikum präsentieren. «Damit aber auch jemand kommt, haben wir uns etwas überlegt», erklärt Sam Hofacher. Und die Idee ist spektakulär.

Literatur ohne Netz und doppelten Boden

Jeden Abend entscheidet das Los, wer von den dreien einen spontanen Text schreiben und diesen vor der ganzen Beiz vorlesen muss. «Ich hasse das», meint Christoph Simon kurz. Doch die Gaudi sei jeweils garantiert, sind sich die Autoren einig.

Um dem ausgelosten Spontantexter auf die Sprünge zu helfen, erhält dieser vom Publikum fünf zusammenhanglose Begriffe, die er in seinen Text einbauen muss - und eine Flasche Wein, falls der Dichtrausch nicht von alleine kommt.

(Regionaljournal Sommerserie, 07:32 und 17:30 Uhr)