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Legende: Audio Ein Besuch vor Ort zeigt, wie sich das Quartier selber organisiert abspielen. Laufzeit 15:31 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 11.08.2019.
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Trotz Nähe viel Freiheit Das Zusammenleben gemeinsam gestalten

In der Siedlung Aumatt bei Bern verwalten die Eigentümer ihren Lebensraum gemeinsam.

In der Berner Agglomerationsgemeinde Wohlen, direkt an der Aare, liegt eine Wohnüberbauung, in welcher vieles etwas anders läuft als sonst. In fast 200 Eigentumswohnungen, dicht an- und ineinander gebaut, leben rund 550 Leute.

Die Menschen begegnen sich in Innenhöfen und auf Gassen umgeben von Mehrfamilienhäusern. Dazwischen und rund herum ist es grün. Die Autos sind in den Untergrund verbannt. Kinder spielen. Erwachsene gehen in Ateliers diversen Tätigkeiten nach. Im quartiereigenen Laden findet sich mehr als nur das Wichtigste für den Haushalt.

Einer der Architekten der Siedlung ist Thomas Keller vom Berner Architekturbüro arb. Auf einem Rundgang führt er uns an verschiedene Orte, die aus seiner Sicht den Charakter der Siedlung ausmachen. Da wäre zum Beispiel der grosse Platz auf der oberen Gasse. «Eigentlich wollten wir Architekten hier gar keinen Platz haben, doch die Bewohner haben darauf bestanden.» Die Architekten hätten versucht, den Bewohnern den Platz auszureden, doch sie stiessen auf taube Ohren.

Glücklich über Platz

Die Siedlung Aumatt wurde über einen Zeitraum von elf Jahren, von 1981 bis 1992 gebaut, deshalb war es möglich, dass die Einwohner während der Bauphase Einfluss nehmen konnten. Heute ist Thomas Keller glücklich darüber, dass der Platz da ist. «Hier findet jedes Jahr das Open Air Kino statt. Der Platz ist ein Treffpunkt für Erwachsene und Kinder.»

Bereits als Kind hat die Schauspielerin Sonja Riesen in der Aumatt gelebt. Als Erwachsene ist sie nun mit ihren Kindern wieder in die Siedlung am Strand der Aare zurückgekehrt. «Unsere Wohnung in der Stadt Bern wurde zu klein für unsere Familie. Wir sind wegen der hohen Lebensqualität in die Aumatt gezogen.» Hier hätten die Kinder mehr Platz zum Spielen, sagt Riesen und betont, sie sei bei Weitem nicht die Einzige, die in der Aumatt aufwuchs und wieder in die Siedlung zurückgekommen ist.

Keinen Abwart, keine Verwaltung

Einen Abwart oder eine Liegenschaftsverwaltung gibt es in der Aumatt nicht. Die Bewohner – fast alle sind Eigentümer – verwalten das Quartier selbst. Sie putzen die Gassen und Plätze in der Aumatt selbst oder entscheiden selbst, wann eine Heizung oder ein Lift ersetzt werden muss. Wie Mark Ita, Präsident der Miteigentümergemeinschaft, sagt, war für die Bewohner von Anfang an klar, dass sie sich selbst verwalten. «Wir sind eine homogene Gruppe in der Aumatt. Ich wohne seit 30 Jahren hier, habe Kollegen links und rechts und kenne fast alle beim Vornamen.»

Zusammenleben in der Schweiz

Von A wie Alpleben bis Z wie Zwischennutzung: In einer Serie stellen wir in diesem Sommer weitere Lebensgemeinschaften in den verschiedenen Regionen der Schweiz vor.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Mich erstaunt es doch, dass es nicht mehr Wohnbsugenossenschhaften gibt, bei welchen Dank dem Wegfall der Rendite von 6-8% der Mietzins relativ günstig ist! Auch kann deshalb mehr und schneller Armotisiert werden!
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Schön und wichtig gibt es solche Projekte, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben. Sie zeigen auf, dass Vielfalt, dass Selbstverwaltung, dass es Gutes Wohnen gibt. Wir brauchen ganz viele solche Beispiele. Es zeigt auch hier wieder wie wichtig der Faktor Zeit ist .... Zu hoffen ist, dass solche Projekte für alle Einkommenskategorien möglich werden...vielleicht oder mit Sicherheit ganz anders, dennoch ähnlich im Anspruch eines Miteinaders mit Rückzug und Selbstverwaltung....Well done!
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