Autobahn A1 Neuenhof Tschutten und spazieren auf dem Deckel

Spielplatz auf der Überdeckung der Autobahn A1 in Neuenhof.

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Was so idyllisch aussieht, ist der Deckel einer Autobahn. Auf der Einhausung der A1 in Neuenhof hat es heute einen kleinen Park und mehrere Sportplätze.

Männer spielen Fussball auf der Überdeckung Neuenhof

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Die zwei Fussballplätze (Kunstrasen) sind beliebt. Vor allem an Wochenden und an den Abenden gibt es manchmal verbale Rangeleien unter den Männergruppen. Es geht darum, wer zuerst da war und die Plätze benutzen darf.

Überdeckung der Autobahn in Neuenhof.

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Unter diesen Sportplätzen fliesst ein ununterbrochener Strom von Autos. Bis zu 130'000 Fahrzeuge benutzen die A1 bei Neuenhof jeden Tag. Bis 2003 war die Autobahn offen. Sie befindet sich ca. 5 Meter tiefer als das Niveau der Häuser. Deshalb bot sich eine Überdeckung geradezu an.

Karten von Neuenhof mit dem Teil der Autobahn, der überdacht ist.

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Die A1 durchschneidet den nördlichen Teil von Neuenhof. Der blau eingefärbte Teil der Fahrbahn ist heute überdacht. Es sind ca. 300 Meter. Als die Idee der Einhausung reifte, kamen viele Vorschläge auf den Tisch für die zukünftige Nutzung der wiedergewonnenen Fläche. Einige wollten Häuser bauen. Andere plädierten für eine öffentliche Nutzung. Sie setzten sich schliesslich durch.

Die Autobahn nähert sich Neuenhof.

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In den 70er-Jahren frisst sich die Autobahn von Westen her nach Neuenhof, durch das Dorf hindurch und weiter nach Zürich. 1971 war die Transversale praktisch durchgehend fertig zwischen Bern und Zürich. In Neuenhof wurden für die Autobahn 40 Einfamilienhäuser abgerissen.

Walter Benz ist in Neuenhof aufgewachsen.

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Walter Benz ist in Neuenhof aufgewachsen. Den Bau der Autobahn A1 durch sein Wohnquartier erlebte er als Kind. «Es war ein Ereignis, so eine Baustelle», erinnert er sich. «Auf der noch nicht geöffneten Autobahn fuhren wir mit dem Velo bis nach Spreitenbach.»

Das südliche Portal der Überdeckung Neuenhof.

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Das südliche Portal der Autobahn-Überdeckung Neuenhof. Es spuckt jeden Tag über 100'000 Fahrzeuge aus.

Der ehemalige Gemeindeammann Ruedi Stutz von Neuenhof.

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Rudolf Stutz war viele Jahre Gemeindeschreiber in Neuenhof. In dieser Funktion begleitete er den Bau der Autobahn. Es seien nicht viele Enteignungen nötig gewesen von Hausbesitzern, um die Nationalstrasse bauen zu können, erinnert er sich. Aber eine Gärtnerei habe den Betrieb aufgeben müssen.

Als Gemeindeammann war Stutz dann eine der treibenden Kräfte hinter dem Bau der Überdeckung. Dafür gab es einmal sogar einen Empfang beim zuständigen Bundesrat in Bern. Das Treffen fand im Sitzungszimmer des Bundesrates statt.

Autor Stefan Ulrich vor seiner alten Wohnung mit Balkon in Neuenhof.

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In diesem Haus habe ich mehrere Jahre gewohnt. Damals hatte ich freie Sicht auf die Autobahn. Heute ist sie verschwunden hinter den Betonmauern der Überdeckung (ganz hinten). Meinen Balkon (hinten, ganz unten) habe ich praktisch nie benutzt. Erstens war die Autobahn sehr laut. Und zweitens waren die Balkonmöbel immer von einer Schmutzschicht überzogen. Der Dreck kam von der Autobahn.

Weil ich wegen des Lärms nicht mehr schlafen konnte, verliess ich Neuenhof. Heute kehre ich gern an meinen früheren Wohnort zurück und schaue den Fussballspielern auf der Überdeckung zu.

(SRF1, Regionaljournal 6.32/17.30 Uhr)