Vom Tintenklecks zum Rorschachtest

Zehn Tintenkleckse und die Frage: «Was könnte das sein?». Das ist, ganz einfach gesagt, der Rorschachtest. Erfunden hat ihn Hermann Rorschach.

Kein anderer psychologischer Test ist so bekannt wie der Rorschachtest. Und keiner so umstritten. Erfunden hat ihn der Zürcher Psychiater Hermann Rorschach 1921. Er entwickelte dazu zehn Tintenkleckse, die der Testperson vorgelegt werden, mit der Frage: «Was könnte das sein?».

«  Er war ein Schaffer und eine absolute Ausnahmeerscheinung! »

Hugo Lüscher

Hugo Lüscher ist Präsident der Schweizerischen Rorschach Gesellschaft. Er arbeitet als Psychologe seit Jahren mit dem Rorschachtest. Er betont, dass es nicht einfach «einen Rorschachtest» gibt: «Es gibt auch unwissenschaftliche Varianten.» Hugo Lüscher kommt ins Schwärmen, wenn er von Hermann Rorschach erzählt: «Er war ein Schaffer und eine absolute Ausnahmeerscheinung!»

Seit den 1930er-Jahren haben sich die Methoden zur Auswertung laufend entwickelt. Gleich geblieben sind nur die zehn Tafeln mit den Tintenklecksen.

Der Rorschachtest ist und bleibt umstritten. Das Verfahren sei zu wenig wissenschaftlich, argumentieren seine Kritiker. Dazu sagt Hugo Lüscher: «Leider ist selbst den meisten Fachleuten nicht bekannt, dass es auch wissenschaftlich erfolgreich geprüfte Rorschach-Verfahren gibt.»