Wie das Heidi der Johanna zuflog

Heidi kennt man als Trickfilmfigur und Musicalstar. Man sieht es in Filmen und Fernsehserien. Wer das Buch lesen will, kann das in dreissig verschiedenen Sprachen tun. Und wer wissen will, woher das berühmteste Schweizerkind kommt, wird nach Graubünden gelockt. Ganz falsch, zeigt unsere Spurensuche.

Mitten in Zürich, dort wo heute teure Boutiquen, Uhrengeschäfte und Banken stehen, dort kam das «Heidi» zwischen die Buchdeckel. In nur gerade vier Wochen schrieb Johanna Spyri die Geschichte vom kleinen Mädchen, das zum Alpöhi abgeschoben wird.

Johanna Spyri lebte um 1880 im damaligen Kratzquartier, zwischen Paradeplatz und Zürichsee. Und ganz ähnlich wie ihre Protagonistin, leidet sie an der Enge der Stadt.

«Mauern und Fenster und wieder Mauern und Fenster»

So beschreibt Heidi seine Aussicht in Frankfurt. Ihm wird ganz bange und es kommt sich vor, wie in einem Käfig. Ganz ähnlich muss sich seine literarische Mutter in Zürich gefühlt haben.

Obwohl sie mit ihrem Mann, dem Stadtschreiber Bernhard Spyri einen interessanten Freundeskreis pflegt, zu dem auch der grosse Komponist Richard Wagner gehört, ist sie unglücklich. Sie vermisst die Natur, die grünen Wiesen und ihr Heimatdorf Hirzel.

Auf einem Spaziergang zugeflogen

Die Idee zur Heidi-Figur kam Johanna Spyri in Jenins ob Maienfeld. Dort sah sie bei einem Spaziergang ein kleines Mädchen, das sie dazu inspirierte. So erklärt sich auch, dass sich diese Gegend heute mit dem Namen «Heidiland» schmückt.

Wer aber wissen will, woher Johanna Spyri und ihr Heidi wirklich kommen, fährt besser nach Hirzel. Dort stehen Johanna Spyris Geburtshaus und das Johanna Spyri Museum. Und in Zürich findet man das Spyri Archiv, verschiedene Häuser in denen die Autorin gelebt hat und auch ihr Grab, auf dem Friedhof Sihlfeld.

(Regionaljournal Sommerserie, 07:32 und 17:30 Uhr)

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