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1 Jahr «Abseits Luzern» Randständige rücken ihr Luzern ins Zentrum

Auf den Stadtführungen zeigen Menschen am Rande der Gesellschaft jene Orte in Luzern, welche ihnen wichtig sind.

Ein junger Mann mit einer Umhängetasche auf der linken Bildseite, eine ältere Frau im Rollstuhl auf der rechten Bildseite vor einem Auto.
Legende: Noah und Gudrun führen die Besucherinnen und Besucher an Orte, die ihnen wichtig sind. SRF/Lea Schüpbach

Luzern zeigt sich gerne herausgeputzt, mit hübscher Seepromenade und schickem Kunst- und Kongresszentrum. Seit einem Jahr gibt es nun Stadtführungen, welche mit diesem Image brechen. Gezeigt werden Orte wie das Drop-In, wo Süchtige saubere Drogen erhalten, die Notschlafstelle oder die IG Arbeit, welche geschützte Arbeitsplätze bietet.

Eine ältere Frau mit grauen, kurzen Haaren sitzend.
Legende: Gudrun ist wegen der Nervenerkrankung Multiple Sklerose auf einen Rollstuhl angewiesen und bezieht eine IV-Rente. SRF/Lea Schüpbach

Als Stadtführerinnen und -führer unterwegs sind Leute, welche diese Orte aus eigener Erfahrung kennen. Eine von ihnen ist zum Beispiel Gudrun oder Noah. Er bezieht wegen seiner psychischen Erkrankung eine Invalidenrente. Vor dem Luzerner IV-Gebäude erzählt er deshalb seine eigene Geschichte.

Dieser persönliche Ansatz kommt bei den Besucherinnen und Besuchern an: «Mich hat sehr beeindruckt, wie offen diese Leute von ihren Schicksalen erzählen. So kommt man miteinander in Kontakt – und hat auch weniger Berührungsängste.»

Ein junger Mann mit Brille, kurzen Haaren und einem leichten Bart.
Legende: «Mein Lebenslauf verlief nicht so gradlining wie bei den meisten Anderen. Durch psychische Schwierigkeiten habe ich Job und Familie verloren», erzählt Noah. SRF/Lea Schüpbach

«Ich bin schon das zweite Mal auf so einer Tour. Mir machen diese Begegnungen bewusst, wie Leute durch die Maschen unseres Systems fallen können – und was getan werden muss um ihnen zu helfen.»

Die Touren sind aber nicht bloss für die Besucherinnen und Besucher wertvoll. Noah hat in diesem ersten Jahr rund hundert Gruppen durch «sein» Luzern geführt: «Beim ersten Mal war ich noch so unsicher. Auch heute fällt mir das Sprechen vor der Gruppe nicht immer so leicht, aber es geht schon viel besser als zu Beginn.»

Abseits Luzern

Seit einem Jahr zeigen Randständige die Stadt Luzern aus ihrer Perspektive. Dabei führen sie das Publikum nicht zu den gängigen Sehenswürdigkeiten, sondern an unbekannte Orte. So hält man zum Beispiel Einblick in soziale Einrichtungen wie die Gassenküche, die Notschlafstelle oder den Arbeitslosentreff. Finanziert wird der Verein «Abseits Luzern» durch Einnahmen der Führungen, Spenden und Stiftungen.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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