100'000 Besucher am Eröffnungsfest der Neat erwartet

20 Wochen vor der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels rechnen die Organisatoren der Feiern mit einem grossen Interesse der Bevölkerung. Rund 100'000 Personen sollen am 4. und 5. Juni durch den 57 Kilometer langen Tunnel fahren können.

Blick aus dem Führerstand eines Zuges in den Tunnel.

Bildlegende: Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 wird der Neat-Tunnel für den Verkehr freigegeben. Keystone

Die Eröffnung des Weltrekordtunnels solle gebührend gefeiert werden, sagte Gregor Saladin vom Bundesamt für Verkehr (BAV) am Mittwoch in Altdorf. Der Urner Regierungsrat Urban Camenzind pflichtete dem bei. Uri sei ein bisschen stolz, dass es etwas zu dieser wichtigen internationalen Nord-Süd-Verbindung beitragen könne.

Eröffnet wird der Tunnel zwischen Erstfeld UR und Bodio TI am 1. Juni. Es werde sich um einen exklusiven, abgeschirmten Anlass für 1200 geladene Gäste beidseits des Gotthards handeln, sagte Saladin. Anwesend sein werden der Gesamtbundesrat und die eidgenössischen Räte, Staats- und Regierungschefs der Nachbarländer und Verkehrsminister sowie über 300 Medienschaffende. Geboten werde etwa eine Eröffnungsinszenierung von Volker Hesse.

Da der Bau des Tunnels vom Volk in einer Abstimmung beschlossen worden war, soll die Bevölkerung dennoch in den Eröffnungszügen mitfahren können. Total werden an 500 Personen 1000 Fahrkarten verlost. Angemeldet haben sich bereits über 140'000 Personen - rund drei Mal mehr als erwartet. Anmeldeschluss ist Ende Januar.

Im 20-Minuten-Takt

Die Organisatoren der Eröffnungsfeiern Gottardo 2016 gehen davon aus, dass an den Publikumstagen vom 4. und 5. Juni das Interesse gross sein wird. An diesen beiden Tagen werden weitere 100'000 Personen Gelegenheit haben, durch den Gotthardbasistunnel zu fahren. Geplant sind Shuttle-Züge im 20-Minuten-Takt. Die Spezialbilletts werden ab April zu kaufen sein.

Dem Publikum soll aber mehr geboten werden als Tunnelfahrten. Der Urner Landrat bewilligte 500'000 Franken für die Eröffnungsfeiern. Dazu kommen verschiedene anderweitig finanzierte kulturelle Anlässe. Der Bund will 9 Millionen Franken Steuergelder in die Feiern stecken; dieses Geld fliesst vor allem in den Festakt mit den Staatsgästen und die Sicherheit. Dazu kommen Sponsorengelder.

Grosses Sicherheitsdispositiv

Gefeiert wird im Kanton Uri an zwei mit Shuttlebussen verbundenen Festplätzen in Erstfeld und Rynächt. Im Zentrum stehen wird ein Domzelt, in dem ein nachgebauter Teufelsstein steht, der als Projektionsfläche genutzt wird. Uri wolle die Eröffnungsfeiern nutzen, um sich der Welt zu zeigen: «Wir nutzen die einmalige Chance im Fokus von ganz Europa zu sein. Wir wollen uns und unseren Kanton von der besten Seite zeigen», sagte Regierungsrat Urban Camenzind gegenüber Radio SRF.

Eine grosse Bedeutung hat in der Eröffnungswoche die Sicherheit. Neben der Urner und Tessiner Kantonspolizei sind auch das BAV, der Bundessicherheitsdienst, der Nachrichtendienst und die Armee sowie Rettungsdienste und weitere Einsatzkräfte involviert. Während des Eröffnungsakts wird der Güterverkehr auf der Gotthardachse vorübergehend eingestellt. Auch die Kantonsstrasse zwischen Erstfeld und Altdorf wird unterbrochen sein. Die A2 bleibt offen.

Überblick kulturelle Rahmenanlässe