Gotthardbasistunnel 2,3 Millionen Zugreisende seit der Eröffnung

Seit der Eröffnung im letzten Dezember fuhren täglich 10'000 Passagiere und total 17'000 Güterzüge durch den Tunnel.

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Gotthard-Tunnel ist ein Erfolg

2:24 min, aus Tagesschau vom 2.8.2017

SBB-Chef Andreas Meyer zeigte sich am Mittwoch zufrieden mit den ersten acht Monaten nach der Eröffnung des Gotthardbasistunnels. Rund 2,3 Millionen Passagiere seien durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt gefahren. Dazu kamen rund 17'000 Güterzüge. 400 Güterzüge benutzten die Bergstrecke.

Apropos Bergstrecke: Aktuell benutzen täglich noch rund 550 Personen die fahrplanmässigen Zügen, welche über diese Strecke fahren. Diese Zahl liegt etwas über den Erwartungen der SBB. Sie hatte vor der Eröffnung Basistunnels mit täglich 500 gerechnet.

Für das neue touristische Angebot über die Bergstrecke, den Gotthard-Panorama-Express, zählte die SBB seit Beginn an Ostern rund 8000 Buchungen. «Wir gehen davon aus, dass diese Zahl noch steigen wird», sagte Jeannine Pillout, Leiterin Personenverkehr.

«  Die Erfolge sind beträchtlich. Aber es braucht eine Einrüttelphase. »

Andreas Meyer
CEO SBB

Züge fahren meistens pünktlich

Die Pünktlichkeit der Züge wurde laut SBB besser. Dank zeitlichen Reserven könnten die Verspätungen, mit denen Züge aus Italien in der Schweiz ankommen, wieder aufgeholt werden. Die Anschlusspünktlichkeit in Arth-Goldau, wo der Zürcher und der Luzerner Ast der Gotthardstrecke zusammentreffen, konnte gegenüber 2016 von 94,4 Prozent auf 97,4 Prozent erhöht werden, so die SBB weiter.

Stark ausgelastet sind die Personenzüge am Morgen Richtung Süden und am Abend Richtung Norden. Besonders am Sonntagabend wollen viele in die Deutschschweiz reisen. «Das sind einerseits Touristen, andererseits Pendler, die beispielsweise in der Zentralschweiz arbeiten oder studieren», erläuterte SBB-CEO Andreas Meyer vor den Medien.

Die SBB versuche, kurzfristig erhöhte Nachfragen – etwa wenn das Wetter im Süden besser ist als im Norden – mit zusätzlichem Platzangebot aufzufangen. Wer aber sicher einen Sitzplatz haben wolle, solle in EC- und IC-Zügen reservieren, hiess es. Zur Gesamtbilanz über die ersten acht Monate mit dem neuen Gotthard-Basistunnel sagte SBB-Chef Meyer: «Die Erfolge sind beträchtlich. Aber bei einer Neuerung diesen Ausmasses braucht es natürlich eine Einrüttelphase.»

Mit Riesenzügen durch den Gotthard

Eine Steigerung verzeichnet die SBB auch im internationalen Güterverkehr; gleichzeitig gingen die Geschäfte im Binnenverkehr zurück. Ein Grund für das Minus sei, dass Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagert hätten. Ab 2020 will die SBB mit längeren, schwereren und höheren Zügen durch den Gotthardbasistunnel fahren. Statt mit bis zu 1600 Tonnen sollen die Züge in drei Jahren mit bis zu 2000 Tonnen beladen werden können.

Extra-schnelle Verbindung für Zürich

Ab dem nächsten Fahrplanwechsel wird zusätzlich ein Frühzug von Basel und Luzern aus durch den Gotthardbasistunnel nach Locarno fahren. Dazu kommt eine Direktverbindung zwischen Frankfurt und Mailand, bei der es ebenfalls einen Halt in Luzern gibt.

In konzeptueller Erarbeitung ist zudem der «Superveloce». Diese sehr schnelle Verbindung soll ein Mal täglich in beiden Richtungen Zürich und Mailand verbinden. Die Halte in Arth-Goldau und Bellinzona entfallen aber. Die Fahrzeit soll rund zwei Stunden und 45 Minuten betragen.