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Zentralschweiz 20 Jahre Kapellbrückenbrand: Was bleibt, ist der Bilderstreit

Am Sonntag, 18. August 2013, jährt sich der Brand des Luzerner Wahrzeichens zum 20. Mal. Was bis heute zu reden gibt, ist die Frage, ob die alten Giebelbilder durch Kopien ersetzt werden sollen. Die städtischen Jungfreisinnigen haben eine entsprechende Initiative lanciert.

Intakt blieben nach der Nacht vom 17. auf dem 18. August 1993 noch die beiden Pfeiler, die Grundkonstruktion und der Wasserturm der ältesten Holzbrücke Europas. Was bis jetzt ungeklärt bleibt, ist die Brandursache.

War eine Zigarette schuld?

An jenem Mittwoch meldete um 0.50 Uhr eine Frau als erste das Feuer auf der Brücke. Es brach auf einem der Boote aus, die damals noch an der Kapellbrücke anlegen durften. Offen ist, ob ein Zigarettenstummel auf einem Boot das Feuer entfachte.

Die Flammen griffen rasend schnell auf ein dutzend andere Boote und die alte Holzbrücke über. Dabei wirkten zahlreiche Spinnweben wie Brandbeschleuniger. Nach etwas mehr als zehn Minuten hatten die rund 150 Feuerwehrleute den Brand allerdings unter Kontrolle.

Die Luzerner Kapellbrücke im Jahr 2013 - 20 Jahre nach dem Brand.
Legende: Die Luzerner Kapellbrücke im Jahr 2013 - 20 Jahre nach dem Brand. Keystone

Zügiger Wiederaufbau

Noch am Morgen nach dem Brand beschloss die Luzerner Stadtregierung, die Brücke wieder aufzubauen. Am 14. April, rund acht Monate nach dem Brand, wurde sie wiedereröffnet.

Der Wiederaufbau kostete rund 3,4 Millionen Franken. Ein Grossteil der Kosten wurde aber durch Versicherung und Spenden gedeckt.

Bilderfrage bis heute ungeklärt

Zehn Jahre nach dem Brand wurden auf der Brücke wieder die Originalbilder unter die Giebel gehängt. Allerdings sind nur 25 der 111 Bilder aus dem 17. Jahrhundert gerettet worden. Sie zeigen Teile der Stadtgeschichte.

Der Luzerner Immobilienbesitzer Jost Schumacher hat vor fünf Jahren für zwei Millionen Franken Kopien sämtlicher Bilder erstellen lassen. Die Stadtregierung will jedoch nicht, dass die Brücke mit diesen Kopien ergänzt wird. Nun haben die Jungfreisinnigen der Stadt Luzern die Initiative «Die Bilder gehören auf die Kapellbrücke» lanciert, mit der sie sich für das Aufhängen der Kopien einsetzen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Schade dass man die schoenen Kopien nicht montiert, Ich habe die Bruecke im Original gekannt und nach der Restaurierung/Wiederaufbau.. ein klarer Verlust, die fehlenden Tafeln !!!
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Während des Wiederaufbaus durfte ich dank Geschäftskollegen meines Vaters, die auf der Brücke tätig waren, auf die Baustelle und Aufnahmen machen. Auf der wiedererstellten Brücke machte ich längere Zeit Stimmungsaufnahmen. Dass ich oft einen Standort vor ihrem Kiosk aufsuchte, missfiel der Kioskinhaberin. Beim 2. Brandanschlag neben dem kiosk 2 Jahre später erhielt ich eine Strafanzeige wegen angeblicher Brandstiftung. Man konnte sich ja vorstelle, wer hinter dieser Anzeige steckte.
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