Alpiq-Krise: Uri wehrt sich gegen tiefere Wasserzinsen

Der Bergkanton Uri verfolgt mit gemischten Gefühlen die Pläne des Stromkonzerns Alpiq, welcher wegen Geldsorgen 49 Prozent seiner Wasserkraftwerke verkaufen will. Der Grund: Das Geschäft mit Wasser ist wichtig für Uri und füllt dessen Staatskasse.

Ein Fluss mit einem Wasserkraftwerk aus Beton.

Bildlegende: Ein Wasserkraftwerk der Reuss bei Meien oberhalb von Wassen im Kanton Uri. Keystone

Wenn die grossen Schweizer Stromkonzerne finanziell in Schieflage geraten wie jüngst Alpiq, verfolgt man im Kanton Uri die Entwicklung genau. Alpiq plant, bis zu 49 Prozent der eigenen Wasserkraftwerke zu verkaufen. Denkbar ist auch, dass der zweite grosse Konzern Axpo - Mutterkonzern der Centralschweizerischen Kraftwerke CKW - ähnliche Massnahmen ergreifen könnte.

Der Urner Baudirektor Markus Züst erklärt: «Ein guter Viertel aus unseren Einnahmen kommen in Form von Steuern, Zinsen oder ähnlichem aus den Wasserkraftwerken.»

Deshalb seien die Werke eine wichtige Einnahmequelle, welche es auch zu schützen gelte. Uri will deshalb auch seine Beteiligungen an Wasserkraftwerken sukzessive ausbauen. Was für Züst nicht sein dürfe, ist ein Verkauf der Kraftwerke ins Ausland. Und auch die Wasserzinsen seien nicht verhandelbar.

EWL winkt ab

Mögliche Abnehmer im Inland könnten kleinere, unabhängige städtische Stromanbieter sein, beispielsweise Energie Wasser Luzern ewl, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Luzern. Diese winkt allerdings ab: Man sei eingedeckt, das Interesse sei gering.

Damit ist klar: Die Besorgnis der Bergkantone über die Krise der Stromkonzerne im Mittelland dürfte weiter andauern.