Rollenwechsel für Vitus Lüönd «Als Trainer bin ich nervöser als als Athlet»

Der ehemalige Schwyzer Weltcup-Skirennfahrer Vitus Lüönd ist neu Trainer im Männerteam des alpinen Ski-Weltcups. Mit Jahrgang 1984 ist er praktisch gleich alt wie die Fahrer. Zudem fuhr er bis vor kurzem noch selber aktiv Rennen. Ein Rollentausch mit vielen Vorteilen, findet der Neo-Trainer.

Portrait von Vitus Lüönd

Bildlegende: «Als Athlet weiss man gar nicht, was man als Trainer alles machen muss» SRF

Dieselbe Sportart, im fast gleichen Team aber mit einer komplett neuen Aufgabe: Mit dem Rollentausch vom Athleten zum Trainer sieht sich der 32-jährige gebürtige Sattler Vitus Lüönd konfrontiert.

Vor seiner Zusage zum Trainerangebot von Swiss Ski habe sich Vitus Lüönd mit den Fahrern ausgetauscht. «Die meisten von ihnen sehen es als Vorteil, dass sie mit mir einen Fahrer im Trainerteam haben, der die aktuellen Rennstrecken kennt und noch präsent hat», sagt Vitus Lüönd im Gespräch mit Radio SRF.

Ende der Karriere wegen Verletzung

«Natürlich würde ich immer noch manchmal gerne selber aktiv Rennen fahren.» Aber eine schwere Knieverletzung bei einer Trainingsfahrt zur WM-Abfahrt in Schladming 2013 führte zuerst zu einem Unterbruch der aktiven Karriere und 2015 zum Rücktritt.

Damit endete die Karriere, bevor sie so richtig in Schwung gekommen war. Vor allem mit seinem ehemaligen Zimmerkollegen Patrick Küng ist Lüönd immer noch befreundet. «Im Job ist es Arbeit und in der Freizeit ist es Freundschaft.»

Strenger als erwartet

Als Athlet wisse man oft gar nicht so genau, was ein Trainer so alles machen müsse. Es sei aber anstrengender als «nur einfach schnell Ski zu fahren», meint Vitus Lüönd mit einem Schmunzeln.

Er selber ist im Trainerteam für die Videoaufnahmen zuständig. Strecken ausstecken, Sicherheitsnetze montieren oder die Zeitmessung installieren, gehören etwa zu den Aufgaben der Trainer während den Trainings. An den Rennen stehen sie am Pistenrand und müssen die Fahrer motivieren. «Die einen muss man eher pushen und aufwecken, andere sind so geladen, dass man sie eher bremsen muss.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr