Zum Inhalt springen

Amts- und Wyberschiesset «Der Anlass hat eine Ausstrahlung über das Entlebuch hinaus»

Der OK-Präsident Roland Niklaus ist überzeugt, dass der traditionsreiche Anlass weiter bestehen wird.

Rund 1000 Schützinnen und Schützen werden an diesem Wochenende in Flühli erwartet. Am Amts- und Wyberschiesset kann aber nicht jeder teilnehmen. «Man muss einen Schweizerpass haben, einen Wohnsitz im Entlebuch oder das Bürgerrecht einer Entlebucher Gemeinde», sagt OK-Präsident Roland Niklaus aus Schüpfheim. Sind diese Bedingungen erfüllt, steht einem nichts mehr im Weg. So kommt es, dass auch unerfahrene Männer und Frauen ein Gewehr in die Hand nehmen, sagt der 53-Jährige weiter.

Die spezielle Rolle der «Wyber» und «Meitschi»

Im Vorfeld des Schiessens verschickten die Organisatoren rund 2200 Briefe an alle Frauen, die in Flühli und Schüpfheim wohnen. Diese sollen, so will es die Tradition, die Gaben für den Gabentempel spenden. 1358 Frauen folgten dem Aufruf und spendeten zum Beispiel Kaffeemaschinen, Lampen, Sessel oder Bargeld.

Geschichtliches zum Amts- und Wyberschiesset

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Dem Entlebucher Urkundenbuch ist zu entnehmen, dass sich die Luzerner Regierung schon früh für Schiessanlässe im Entlebuch interessierte. Die ersten Hinweise auf Gabenspenden der Regierung gehen bis auf das Jahr 1422 zurück, wie aus einem Ratsprotokoll hervorgeht.

Mit der französischen Revolution 1798 endeten diese Spenden der Regierung. Darum wurde der Anlass ab 1800 zum Amts- und Wyberschiesset. Nun spendeten Frauen aus dem Entlebuch an Stelle der Regierung die Gaben. Seit dem Jahr 1906 findet das Amts- und Wyberschiesset in der heutigen Form statt: Nämlich alle drei Jahre abwechselnd in einem der alten Hypothekarkreise Schüpfheim-Flühli, Entlebuch oder Escholzmatt.

Der Anlass ist eine alte Traditionen und eine Namensänderung würde diese verwässern, sagt Roland Niklaus. Aus diesem Grund bleiben die Organisatoren beim Namen «Amts- und Wyberschiesset». Der OK-Präsident muss aber zugeben, dass es kein zeitgemässes Wort ist: «Ich konnte im Brief für die Gaben auch nicht mehr ‹Wyb› schreiben und wählte dann die Anrede ‹an die geschätzen Damen›. Isoliert kommt mir das Wort ‹Wyb› auch nur schwer über die Lippen.»

Das grosse Fest folgt noch

Das Amts- und Wyberschiesset ist in drei Hauptteile aufgeteilt. Die Gabensammlung läuft jeweils vor dem eigentlichen Fest. Danach folgen die vier Schiesstage, die vom Freitag bis Montag stattfinden. Und an Auffahrt folgt das sogenannte «Absenden», an welchem der Schützenkönig und die Schützenkönigin bekannt gegeben werden.

An Auffahrt findet auch der offizielle Teil des Schützenfestes statt. Zudem werden Schützenkönigin und Schützenkönig während dem Festumzug mit der Kutsche durch das Dorf Schüpfheim gefahren.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr