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Ansteckende Erkrankung Kritik im Urner Landrat nach BVD-Fällen

Ein SVP-Landrat fordert personelle Konsequenzen beim Labor der Urkantone. Dieses habe zu lange nicht gehandelt.

Kühe an einer Viehausstellung
Legende: Im Frühling wurde die Viehschau in Bulle noch verboten, im Kanton Uri wird die Ausstellung im Oktober aber durchgeführt. Keystone

Anfang August waren auf den Alpen Fiseten und Alplen nach Aborten zwei Kühe auf die Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) untersucht worden. Ein Speziallabor bestätigte den Befund. In seiner Motion kritisierte Landrat Alois Arnold-Fassbind (SVP), dass über sechs Wochen vergingen, bis sämtliche Tiere der beiden Alpen getestet wurden.

Das Laboratorium der Urkantone habe viel zu lange zugewartet mit der Bekämpfung. Die Tiere seien schon fast drei Wochen von den Alpen Zuhause gewesen, bis die Verantwortlichen gehandelt hätten. Der Motionär fordert eine Untersuchung und personelle Konsequenzen beim Labor der Urkantone.

Weitläufige Alpgebiete

Das Labor der Urkantone erklärte am Dienstag die Verzögerung damit, dass es sich um weitläufige Alpgebiete handelte, was die Tests verzögert habe. Die Auswertung der Proben laufe noch. Die Befunde sollen spätestens Anfang November vorliegen.

BVD-Viren gehören zu den Pestviren. Sie sind für den Menschen ungefährlich. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder. Infizierte Tiere wachsen schlecht und haben Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte.

Grossviehausstellung findet statt

Gemäss Tierseuchenverordnung des Bundes dürfen nur Tiere aufgeführt werden, die aus einem amtlich anerkannt BVD-freien Betrieb stammen. Die Organisatoren der Ausstellung, das Amt für Landwirtschaft und der Veterinärdienst der Urkantone VDU haben deshalb ein Vorgehen definiert, wie der Urner Kantonstierarzt am Dienstag mitteilte.

Anhand des Eintrags in die Tierverkehrsdatenbank wird der BVD-Status jedes Tieres kontrolliert. Das soll garantieren, dass nur Tiere aus BVD-freien Betrieben aufgeführt werden. Sämtliche betroffenen Betriebe werden bis spätestens Donnerstag über ihren BVD-Status informiert.

Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD)

BVD-Viren gehören zu den Pestviren. Sie sind für den Menschen ungefährlich. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder. Infizierte Tiere wachsen schlecht und haben Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte. In der Landwirtschaft führte die BVD zu geschätzten jährlichen Ausfällen von bis zu zehn Millionen Franken.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Leo Degelo (Leo Degelo)
    Ach, das Labor der Urkantone gibt es noch? Ich dachte das sei schon lange aus Spargründen geschlossen worden. Und welche Partei will immer beim Staat sparen?Aber lassen wir das, es ist sicher enorm aufwändig all die Alpgebiete resp.das ganze Vieh zu testen und ein paar zusätzliche Mitarbeiter wären da sicher sehr hilfreich gewesen.Aber das hätte ja wieder den Staatsapparat aufgebläht!!! Fragen über Fragen.
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  • Kommentar von Greenturo Unschärferelation (Greenturo)
    Ja toll jetzt ist der herr von der SVP wieder zur stelle um sich wieder als verteidiger des volkes zu profilieren aber wenn es den wieder um konsumentenschutz verschärfung der kontrollen und Finanzierung der kantonalen labore geht dann ist es wieder schlecht für die wirtschaft! Ich glaube die personellen "konsequenzen" sollten anderswo angesetzt werden.
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