Baarer Unternehmen plant Stellenabbau - Unia kritisiert

Der Werkzeughersteller Trumpf plant am Produktionsstandort Baar die Streichung von 160 der 232 Stellen. Betroffen sind Produktion, Entwicklung und Administration. Das Unternehmen will die Produktion auf den Standort Graubünden konzentrieren. Am Donnerstag lief das Konsultationsverfahren an.

Einblick in eine Maschinenhalle.

Bildlegende: Die Trumpf Gruppe will sich künftig hauptsächlich auf den Produktionsstandort Grüsch in Graubünden konzentrieren. ZVG / Trumpf Gruppe

Als Gründe führt das Unternehmen die hohen Lohnkosten in der Schweiz und den starken Franken an. Vor allem aber habe das weltweit tätige Unternehmen seit der Finanzkrise Überkapazitäten, erklärt der Geschäftsleiter am Standort Baar, Hans Marfurt: «Es ist uns trotz verschiedener Massnahmen nicht gelungen, diese Überkapazitäten abzubauen. Darum hat man entschieden, in Baar die Bereiche Produktion, Entwicklung, Administration und Finanzen zu schliessen.»

International geschäftet die Trumpf Gruppe mit ihren rund 11'000 Beschäftigten erfolgreich: Im abgelaufenen Geschäftjahr kommt das Unternehmen insgesamt auf eine Umsatzsteigerung von 3,4 Prozent und eine Rendite von 10,8 Prozent. Der Gesamtumsatz der Schweizer Gesellschaften am Zuger Standort Baar und dem Bündner Standort Grüsch ging allerdings um 8,6 Prozent zurück.

Konsultationsverfahren bis 7. November

Die Schweizer Niederlassung prüft deshalb eine Konzentration auf den Firmenstandort Grüsch. Der Grossteil des Standorts Baar würde dann geschlossen und 160 Stellen würden gestrichen.

Am Donnerstag wurden die Mitarbeitenden über den geplanten Stellenabbau informiert. Jetzt läuft das Konsultationsverfahren. Bis am 7. November können die Angestellten Vorschläge einbringen, wie der Stellenabbau verhindert werden kann. Am 10. November will das Unternehmen bekannt geben, wie die Zukunft von Trumpf in Baar aussieht.

Unia hat kein Verständnis

Kritik übt Giuseppe Reo von der Gewerkschaft Unia: «Mit solchen Zahlen habe ich kein Verständnis für diese Handlung. In schweren Zeiten muss man halt andere Lösungen suchen.» Ausserdem seien die Gewerkschaften nicht über den geplanten Abbau informiert worden.