Beethoven einmal anders

Die Lucerne Festival Academy hatte am Samstag im grossen Saal im KKL Luzern einen besonderen Auftritt: Sie spielte die fünfte Sinfonie von Beethoven auf den selbst gebauten Instrumenten des Basler Künstlers Johannes Willi.

Der 32-jährige Basler Künstler Johannes Willi hat 49 Intrumente selber gebaut - aus Baumarkt- Material. Die Streichinstrumente sind aus Laubsäge-Holz, der Bogen dazu mit Bast gespannt, die Blasinstrumente aus Kupfer.

Die Lucerne Festival Academy spielte auf diesen Instrumenten, vor zahlreichem Publikum im Saal des KKL, die fünfte Sinfonie von Beethoven. Die Instrumente klangen bisweilen gar nicht oder falsch. Die schrägen Töne sorgten beim Publikum und den Orchestermitgliedern für Heiterkeit. «Ich musste immer dann lachen, wenn ich mir vorstellte, wie die Sinfonie wirklich klingt. Wenn ich mich aber nur auf die Musik im Moment konzentrierte, dann verlor es das Komische», sagte die Trompetenspielerin Friederike Huy nach dem Konzert.

Spass und Ernsthaftigkeit zugleich

Die Ernsthaftigkeit, mit der die jungen Musikerinnen und Musiker die Sinfonie trotz allem durchspielten, faszinierte auch das Publikum und den Künstler Johannes Willi: «Ich bin stolz, wie die Musikerinnen und Musiker und der Dirigent das ganze Konzert umsetzten. Sie liessen den Spass und die Lust walten».

Johannes Willi konnte das Projekt im Rahmen vom Lucerne Festival realisieren. Er gewann einen Wettbewerb, welchen Lucerne Festival und das Kunstmuseum Luzern ausgeschrieben hatten.

Die Instrumente sind noch bis zum 13. September im Kunstmuseum ausgestellt. In dem Zustand, wie sie nach dem Konzert waren.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr