Wechsel an der Spitze Bei der Luzerner Kantonalbank ist jetzt eine Frau am Ruder

  • Die Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank hat sämtliche Anträge genehmigt (4113 anwesende Aktionärinnen und Aktionäre).
  • Die 61-jährige Luzerner Anwältin Doris Russi Schurter wurde zur neuen Präsidentin des Verwaltungsrats gewählt. Mark Bachmann trat nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat, davon sechs Jahre als Präsident, zurück.
  • Die Dividende wird auf 11,50 Franken pro Aktie erhöht.
  • Für das Geschäftsjahr 2016 erhält der Kanton Luzern insgesamt rund 73 Millionen Franken aus dem Gewinn der Kantonalbank.
  • CEO Daniel Salzmann versprach Verbesserungen beim neuen E-Banking-Portal. Das nächste Update folge in wenigen Wochen und das Portal werde bezüglich Geschwindigkeit und Funktionalität bedienerfreundlicher.

SRF News: Doris Russi, Sie sind in der 160-jährigen Geschichte der LUKB die erste Frau an der Spitze des Verwaltungsrates. Ein Wort, welches seit einigen Jahren in aller Munde ist, ist die Frauenquote in Chefetagen – für Sie ein Thema?

Ja, es ist für mich ein Reizthema. Ich möchte keine Quotenfrau sein. Es gibt viele gute Frauen, die es verdienen in ein Gremium zu kommen, aber nicht nur wegen einer Quote.

Natürlich wünsche ich mir einen höheren Frauenanteil, nicht nur in der LUKB, auch in anderen Gremien. Dies ist eine konstante Aufgabe, an der wir auch bei der LUKB wie bis anhin weiter arbeiten.

Seit bekannt wurde, dass man Sie als Verwaltungsratspräsidentin der Luzerner Kantonalbank vorschlägt, gab es Kritik. Denn Sie sind auch Verwaltungsratspräsidentin des grössten Medienhauses des Kantons Luzern, der LZ Medien Holding. Diese Verbandelung sei schwierig, hiess es in der Politik. Können Sie dies nachvollziehen?

Ich habe dies bei verschiedenen Gelegenheiten schon gesagt: Man ist im Verwaltungsrat strategisch tätig und mischt sich nicht in die operativen Themen ein. Dies gilt für die LUKB und die LZ Medien Holding.

Zusätzlich gelten die Redaktionsstatuten. Diese legen klar fest, dass die Redaktion autonom agiert und der Verwaltungsrat keinerlei Einflussmöglichkeiten hat. Ich sehe auch keinen Grund, als Verwaltungsrätin einzugreifen.

Sie sind auch Präsidentin des Universitätsvereins Luzern. Kann eine Wirtschaftsfakultät trotzdem kritisch über den Bankensektor forschen oder berichten?

Das ist sicher so. Der Universitätsverein hat ja keine strategische Funktion. Er ist ein Verein von Freunden. Da haben und wollen wir keinen Einfluss nehmen, weder auf Forschungsthemen, noch auf Forschungsschwerpunkte.

Das Gespräch führte Silvan Fischer.