«Bei starkem Regen können wir nicht ruhig schlafen»

Den 7. Juni 2015 wird die Luzerner Gemeinde Dierikon so schnell nicht wieder vergessen. Nach einem heftigen Gewitter trat der Götzentalbach über die Ufer und richtete grosse Schäden an. Zwei Menschen starben beim Unwetter. Vier Monate später kämpft das Dorf immer noch mit den Folgen.

Er sieht alles andere als bedrohlich aus, der Götzentalbach in Dierikon. Der Dorfbach, der hier friedlich vor sich hin plätschert, kann aber auch ganz anders. Am 7. Juni führte der Bach massiv mehr Wasser als normal, trat über die Ufer und verwüstete einen Teil von Dierikon.

Vor allem die Bäckerei Brunner war vom Unwetter betroffen. Die Wassermassen zerstörten die Backstube und den Verkaufsladen. Auch vier Monate nach dem Unwetter ist die Bäckerei eine Baustelle. Brot verkauft wird vor dem Lokal in einem Marktwagen.

«Am Morgen nach dem Unwetter wussten wir nicht, ob wir den Betrieb weiterführen können», sagt Joseph Brunner, der den Betrieb in fünfter Generation führt. Berufskollegen ausserhalb von Dierikon hätten ihm aber geholfen und die sechs Filialen beliefert.

Das Geschäft laufe nun wieder. Trotzdem – ganz verdaut habe er das Unwetter noch nicht. «Wenn es stark regnet, können wir nicht ruhig schlafen», sagt Joseph Brunner. Er hoffe, dass der Hochwasserschutz am Götzentalbach intensiviert wird.

«  Die spontane Hilfe der Bevölkerung hat mich beeindruckt. »

Max Hess
Gemeindepräsident von Dierikon

Nach dem Unwetter wurde der Götzentalbach ausgebaggert und es wurden erste Verbauungen realisiert. Ein definitives Projekt zum Hochwasserschutz rückte in der Prioritätenliste des Kantons Luzern nach dem Unwetter nach vorne.

Die Aufräumarbeiten und Sanierungen gehen für die kleine Luzerner Gemeinde ins Geld. Die Rede ist von mehreren Millionen Franken. Dies sei eine grosse Herausforderung, sagt Max Hess, Gemeindepräsident von Dierikon.

Trotzdem ist er optimistisch: «Diese Investitionen können wir über einen sehr langen Zeitraum amortisieren.» Der 7. Juni 2015 sei ein schlimmer Moment gewesen. Es habe aber auch eindrückliche Momente gegeben: «Dass viele Leute spontan in der Bäckerei bei den Aufräumarbeiten mitgeholfen haben, hat mich beeindruckt.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr