Beratung für Sans-Papiers wird definitiv

In Luzern wird nach einer dreijährigen Probephase die Beratungsstelle für Sans-Papiers weitergeführt. Die Anlaufstelle berät jährlich rund 160 Personen. Die Beratungsstelle will sich in der Zukunft vor allem im juristischen Bereich weiter verstärken.

Ein Mann hält ein Schreibblock in der Hand und zeigt einem anderen Mann etwas.

Bildlegende: In der Pilotphase liessen sich rund 480 Personen beraten (Symbolbild). Keystone

Das Büro stosse auf eine breite Akzeptanz und habe für die Betroffenen einen grossen Nutzen, teilte die Beratungsstelle am Mittwoch mit.

Menschen ohne geregelten Aufenthalt in der Schweiz werden in der Anlaufstelle über ihre Rechte informiert. Die Betroffenen werden auch bei Behördengängen unterstützt.

Sorge um die Kinder

Der Bedarf zeige sich deutlich an der hohen Beratungsfrequenz seit der Eröffnung im Januar 2012. Mittlerweile berät die Kontaktstelle jährlich 160 Personen.

Die Ratsuchenden stammen aus der ganzen Zentralschweiz. «Meist geht es um den Aufenthaltsstatus oder die Beziehungen der Menschen, aber auch um ihre Kinder», sagt die Stellenleiterin Regula Erazo gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF. Sie ist in einem 50-Prozent-Pensum für die Stelle tätig.

Die Finanzierung ist dank Beiträgen der drei grossen Luzerner Landeskirchen gesichert. «Ein Ausbau liegt aber derzeit finanziell nicht drin», sagt die Theologin Nicola Neider Ammann, Präsidentin des Trägervereins: «Wir setzen nun vermehrt auf die Hilfe von Freiwilligen.» Das Budget beträgt rund 100'000 Franken pro Jahr.

Neue Räume ab Herbst

Im Herbst bezieht die Beratungsstelle neue Räume im Pfarreizentrum St. Anton. Zudem soll auch die juristische Beratung verstärkt werden. Diese Massnahmen wurden in einer externen Evaluation der Stelle empfohlen.

Gemäss der Kontaktstelle leben im Kanton Luzern zwischen 6'300 und 9'400 Sans-Papiers. In der ganzen Schweiz dürften es rund 300'000 Personen sein, deren Aufenthalt nicht geregelt ist.