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Berufe im Wandel Malerberuf bei Frauen hoch im Kurs

In der Zentralschweiz sind 62 Prozent der Lehrabsolventen weiblich.

Legende: Video Malerberuf im Wandel abspielen. Laufzeit 07:50 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 25.06.2018.

War der Malerberuf früher traditionell in Männerhand, schliessen heute in gewissen Kantonen sogar mehrheitlich Frauen die Lehre als Malerin ab: In der Innerschweiz sind es 62 Prozent der Lehrabsolventen. Das hat auch, aber nicht nur, mit den Schulnoten zu tun.

Ein Blick ins Ausbildungszentrum in Goldau zeigt: die angehenden Malerinnen haben die Männer sogar inzwischen überholt. Von den Malerlehrlingen an der Innerschweizer Berufsschule sind gut 90 männlich, und 150 weiblich.

Nur Frauen angestellt

Inzwischen gibt es Malerbetriebe, wo nur Frauen angestellt sind. So einer ist derjenige von Meinrad Bieri im Luzernischen Schachen. Das habe sich eher zufällig so ergeben, sagt der Malermeister. Aber die Entwicklung habe auch mit den schlechten Schulnoten der Jungen zu tun:

«Die jungen Männer wählen den Männerberuf eher als Notlösung kurz vor Ende der Schulzeit, wenn nichts mehr anderes möglich ist. Nicht so die Frauen: sie sind die besseren Schulabgängerinnen und sie entscheiden sich schon ein Jahr im Voraus bewusst für den Malerberuf.»

Der Anteil der Maler in Ausbildung hat über die letzten Jahre kontinuierlich abgenommen. 38 Prozent der Lehrabsolventen im Malerberuf sind männlich. Im Gegenzug nimmt der weibliche Anteil zu und liegt aktuell bei 62 Prozent. Das ist sogar höher als der Schweizer Durchschnitt von 43 Prozent Malerabsolventinnen.

Problem Familienverträglichkeit

Weshalb der Malerberuf für Frauen attraktiver geworden ist, darauf hat die Branche selber keine eindeutige Antwort. Beim Malerunternehmerverband heisst es, man habe die Frauen nicht speziell gefördert, sie hätten den Beruf für sich alleine entdeckt.

Die Schwyzer Wirtschaftsgeografin Karin Schwiter untersucht die geschlechtertypische Berufswahl bei Jugendlichen. Sie sagt: «Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben viele Frauen die einst traditionellen Männerberufe erobert. Als die ersten Schreibmaschinen kamen, hatte man das Gefühl, es brauche den Mann, um diese Maschine zu bedienen. Erst mit der Zeit haben die Frauen den Weg in diesen Beruf geebnet. Das gleiche passiert jetzt auch mit dem Malerberuf.»

Mit dem Eindringen der Frauen in die Malerberufsbranche, sind die Unternehmen gefordert, familienverträgliche Arbeitsbedingungen, also auch Teilzeitarbeit zu ermöglichen. Dies ist in der Malerbranche jedoch nach wie vor die Ausnahme, weshalb viele Malerinnen ihren Beruf wieder aufgeben, wenn sie eine Familie gründen.

Schweiz aktuell, 19.00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von reto huber (Mr.Yellow)
    Die Zukunft ist Männlich, Frauen kopieren Männer, nicht Männer Frauen.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Maler oder Malerin auf dem Bau, da kommt es nicht drauf an, es gibt beiderseits Talente oder Unfähige. Was aber eindeutig ein Vorteil ist beim Malerberuf sind die körperlichen Anforderungen denen Frauen genausogut entsprechen können wie Männer. Und ich stimme dem Beitrag zu: Was sich als "Mann" als Maler bewirbt ist oft unter jeder Kanone. Vielleicht muss sich da das Schulsystem hinterfragen. Und für Frauen kann es auch eine art der Emanzipation sein "Arbeiten auf dem Bau!".
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Das ist nichts neues, Malerinen gibt es schon seit 20Jahren! Kenne in Uri ein Malergeschäft das beschäftigt nur "Frauen"!
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