Beschwerdeverfahren gegen Hochschulbibliothek Luzern gestoppt

Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss will das Beschwerdeverfahren gegen die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern unterbrechen, bis ein Neubauprojekt vorliegt und die baurechtliche Situation geklärt ist. Die Reaktionen fallen geteilt aus.

Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern von aussen

Bildlegende: Die ZHB wurde von der Diensstelle Hochschulbildung und Kultur im Januar unter Denkmalschutz gestellt. Keystone

Bis all diese Grundlagen geprüft sind, werde die ZHB nicht ins kantonale Denkmalverzeichnis eingetragen, teilte der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss  am Mittwoch mit. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Klärung des baurechtlichen Potenzials des Grundstückes Einfluss auf den Beschwerdeentscheid haben könnte, begründet er den Aufschub.

Es sei kein «Spiel auf Zeit». Aktuell bestehe keine «unmittelbare Gefährdung der Bibliothek». Deshalb könne zur Zeit auf eine auf Unterschutzstellung verzichtet werden. Im Moment gehe es vor allem darum, die «Debatte zu versachlichen.»

«Zufrieden mit Entscheid»

Für einen Neubau inklusive Kantonsgericht setzt sich die Stadtluzerner CVP-Kantonsrätin Andrea Gmür ein. Sie ist «zufrieden» mit dem Entscheid und erwartet jetzt von der Stadt Luzern, dass sie «sich bewegt in dieser Frage und kooperiert.»

Die Stadt Luzern ihrerseits nimmt den Entscheid «zur Kenntnis», sagt Baudirektorin Manuela Jost. Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt sich über die Unterschutzstellung freute. Der Stadtrat dürfte nun eine Beschwerde gegen die Sistierung des Beschwerdeverfahrens «diskutieren.» Heftig fällt die Reaktion bei der SP des Kantons Luzern aus. Man sei «entsetzt über die Verzögerungstaktik.»

Eigene Dienststelle für Unterschutzstellung

Wyss ist als Bildungs- und Kulturdirektor von Amtes wegen zuständig für den Beschwerdeentscheid. Die ZHB wurde von seiner eigenen Dienststelle Hochschulbildung und Kultur im Januar unter Denkmalschutz gestellt. Gegen den Entscheid legten die kantonale Dienststelle Immobilien sowie Kantonsrätin Andrea Gmür-Schönenberger (CVP) und fünf weitere Kantonsratsmitglieder Beschwerde ein.

Der Kantonsrat verlangte im November mit der Überweisung der Motion Gmürs den Abriss und Neubau der ZHB sowie die Integration des neuen geplanten Kantonsgerichtes in das Gebäude. Die Dienststelle Immobilien befasst sich derzeit mit der entsprechenden Planung.

Gegen die Sistierung des Bildungsdepartement kann innert 30 Tagen beim Luzerner Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden.