Alterspolitik Stadt Luzern Betreuungsgutscheine nun auch für Betagte

In der Stadt Luzern sollen ältere Menschen nicht aus finanziellen Gründen ihr Leben in den eigenen vier Wänden aufgeben und ins Heim ziehen müssen. Betagte, die nur über wenig Geld verfügen, sollen gezielt mit «Gutscheinen für selbstbestimmtes Wohnen» unterstützt werden.

Vier alte Leute und ein jüngerer Mann an einem Tisch.

Bildlegende: Alte Menschen in der Stadt Luzern sollen möglichst lange zu Hause wohnen bleiben. (Symbolbild) Keystone

Betagte mit wenig Geld, sollen künftig von der Stadt Luzern Gutscheine für selbstbestimmtes Wohnen erhalten.

Mit diesen Gutscheinen (Pilotprojekt Einführung ab 2018) würde Luzern schweizweit eine Pionierrolle übernehmen, schreibt die Regierung in einem Bericht und Antrag an das Parlament. Sie rechnet mit jährlichen Kosten von 150'000 Franken.

Der finanzielle Zustupf soll dabei für Leistungen gelten, die eine betagte Person braucht, um weiterhin zu Hause zu leben. Sie kommen erst in Frage, wenn keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten bestehen.

Gutscheine sind abhängig vom Vermögen

Der Wert des Gutscheins soll sich nach dem Unterstützungsbedarf und nach dem Einkommen und Vermögen der betagten Person richten. Die Betroffenen müssen sich somit unter Umständen finanziell an der beanspruchten Leistung beteiligen.

Von den Gutscheinen profitieren, sollen aber auch Bezüger von Ergänzungsleistungen (EL), die für ein selbstbestimmtes Wohnen auf eine Leistung angewiesen sind, die von der EL nicht gedeckt ist. Zum Beispiel eine Betagte, die neu an Diabetes erkrankt ist, und nun einen speziellen Kochkurs besuchen muss. In gewissen Fällen sollen auch pflegende Angehörige einen Gutschein erhalten können. So soll sich ein Eintritt in ein Heim verzögern.

Neue Anlaufstelle geplant

Weiter plant der Stadtrat eine «Anlaufstelle für Altersfragen», vor allem für den Bereich selbstbestimmtes Wohnen.

Diese Stelle soll unabhängig und neutral informieren. Sie soll ein grosses Spektrum abdecken und so sowohl Frührentnern wie auch Hochbetagten eine Hilfe sein. Sie wird auch in das geplante Gutscheinsystem eingebunden. Diese Stelle dürfte jährlich rund 210'000 Franken kosten.