Bewohner aus der ganzen Welt als Chance für Luzern

Ein Viertel der Luzerner Stadtbevölkerung stammt aus dem Ausland. Die grösste Gruppe sind die Deutschen. Die Stadt will die Internationalität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner vermehrt nutzen. Das schreibt die Stadtregierung in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht zur Integrationspolitik.

Jeder sechste über 15-jährige Bewohner der Stadt Luzern spricht laut einer Erhebung des Bundes von 2012 zwei oder mehr Hauptsprachen. Unter ihnen sind auch viele gut qualifizierte Arbeitskräfte. Die Stadt Luzern will sich bei der Integration vermehrt auch um diese Gruppen kümmern. «Wir möchten, dass sie mithelfen, unsere Gesellschaft zu gestalten», sagt die Luzerner Stadträtin Ursula Stämmer.

«  Wir möchten, dass sie mithelfen, die Gesellschaft zu gestalten. »

Ursula Stämmer
Stadträtin von Luzern

Die mehrsprachigen Ausländerinnen und Ausländer leisteten täglich Vermittlungstätigkeiten in Familie, am Arbeitsplatz oder in ihrem Umfeld, schreibt die Luzerner Stadtregierung in ihrem Bericht. Vereine und Institutionen könnten diese Fähigkeiten vermehrt nutzen. Dies helfe bei der Integration.

Integrationspolitik hat sich bewährt

Insgesamt zieht die Stadtregierung eine positive Bilanz zur ihrer Integrationspolitik.Es sei gelungen, eine funktionierende Integrationsförderung zu betreiben. In der Stadt Luzern lebten Ende 2013 rund 19'300 ausländische Personen mit ständigem Wohnsitz. Die grösste Gruppe mit gut 20 Prozent stammt aus Deutschland. Es folgten Italiener mit gut 11 Prozent, Portugiesen mit knapp 9 und Serben mit gut 7 Prozent. Die meisten haben eine Arbeit. Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene machen drei Prozent aus.

Die Deutschen hätten am wenigsten Hilfe bei der Integration nötig, schreibt die Stadtregierung in ihrem Bericht - wegen der Sprache und der Anerkennung der Diplome könnten die meisten ihre Integration eigenständig bewältigen. Trotzdem sei es auch für Deutsche nicht immer einfach, sich hier zurecht zu finden, sagt hingegen Matthias Estermann. Er ist Präsident des Verein für Deutsche in der Schweiz. Viele Deutsche seien etwas gar forsch in ihrem Auftreten, sagt er. Und: «Die Deutschen haben vielleicht eine zu grosse Erwartungshaltung.»