Bewohner im Hangrutschgebiet machen sich Sorgen um ihre Zukunft

Die Situation rund um den Hangrutsch im Gebiet Hintergraben oberhalb von Sarnen hat sich zugespitzt. Die Regierung hat für das Gebiet den Notstand ausgerufen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Gebietes keine einfache Situation.

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Notstand nach Hangrutsch

3:09 min, aus Schweiz aktuell vom 2.5.2013

Der Hang im Gebiet Hintergraben bei Stalden ist zwar bereits seit 2010 in Bewegung, seit kurzem hat sich die Gefahrenlage aber deutlich verschärft. Die Erdmassen drücken dramatisch schnell talwärts, informiert der Gemeindeführungsstab.

Aktuell liegt die Rutschungsgeschwindigkeit bereits bei 20 Zentimetern pro Tag. Die Schäden an Land, Wohnhäusern und Ställen haben massiv zugenommen.

Der Obwaldner Regierungsrat hat für das Gebiet den Notstand erklärt. Die Gemeinde Sarnen hat einen Führungsstab eingesetzt. Mit diesen Schritten können bauliche Massnahmen sofort umgesetzt werden und es steht Geld zur Verfügung. Da der Hang nicht aufzuhalten ist, steht der Schutz der Menschen im Vordergrund. Der Führungsstab hat ein Alarmierungs- und Evakuationskonzept erarbeitet.

Bauliche Sofortmassanhmen

Im Hangrutschgebiet gibt es metertiefe Risse. Damit nicht Wassereinwirkungen die Rutschung noch verschlimmern, werden die Abflüsse der Bäche von Holz freigehalten. Weiter muss das Elektrizitätswerk Obwalden eine Strom-Hauptversorgungsleitung verlegen.

Der Regierungsrat hat für die notwendigen baulichen Sofortmassnahmen einen Notstandskredit von 200‘000 Franken als Vorfinanzierung bewilligt. Ebenso habe der Bund finanzielle Unterstützung zugesichert, teilt die Gemeinde Sarnen mit.

Zukunft für Betroffene ist ungewiss

«Unser Haus ist nicht betroffen. Allerdings wissen wir nicht, ob die Zufahrtsstrasse noch lange offen ist, oder ob wir bald isoliert wohnen,» sagt Ursula Britschgi gegenüber SRF.

Ursula Britschgi und ihre Tochter, im Hintergrund sieht man den Erdrutsch.

Bildlegende: Ursula Britschgi mit ihrer jüngsten Tochter, welche die Eltern bei den Räumungsarbeiten tatkräftig unterstützt. SRF

Die Liegenschaft steht mitten im Gebiet, das vom Erdrutsch betroffen ist. Ihr Stall fiel schon vor längerem dem Erdrutsch zum Opfer. Jedoch lagern all ihre Landmaschienen in einem Holzschopf, welcher geräumt werden muss.

Für die Räumungsarbeiten erhält die Familie viel Hilfe: «Die Familie hilft mit, und auch die Gemeinde. Ausserdem haben wir drei Zivilschützer, die uns unter die Arme greifen.» Trotzdem: Wie es mit ihrer Liegenschaft weitergeht, wissen Britschgis momentan nicht. Ursula Britschgi: «Wir müssen alles vorweg nehmen. Nun hoffen wir einfach, dass das Wetter so lange hält, bis alles geräumt ist.»