Unternehmenssteuerreform III Bürgerliches Unbehagen gegenüber der Wirtschaft

Das Nein zur Unternehmenssteuerreform III war eine grosse Überraschung. Und klar ist: Für die deutliche Ablehnung brauchte es auch Stimmen von Leuten, die sonst bürgerlich stimmen. Auf der Suche nach den Gründen äussert sich ein Unbehagen gegenüber Wirtschaft und Politik.

Plakate zur Unternehmenssteuerreform III.

Bildlegende: Plakate zur Unternehmenssteuerreform III. Keystone

Bei einer Umfrage unter Leuten in der Stadt Luzern, die Nein stimmten, kristallisieren sich zwei Punkte heraus. Einerseits eine wachsende Skepsis gegenüber allzu wirtschaftsfreundlicher Steuerpolitik: «Das steigende Unbehagen, dass der Staat halt in erster Linie immer für die Grossen sorgt», wie ein Befragter sagt.

Andererseits scheinen auch die endlosen Diskussionen um Sparpaket und Steuererhöhungen Wirkung zu zeigen: «Luzern ist ein ganz schlechtes Beispiel dafür, wie es mit den Steuerentlastungen läuft. Da wird die Wirtschaft unanständig bevorzugt», findet eine Luzernerin.

«  Wenn man etwas nicht ganz genau versteht, sagt man tendenziell eher Nein. »

Gaudenz Zemp
Direktor Luzerner Gewerbeverband

Beim Gewerbeverband des Kantons Luzern ist man sich bewusst, dass der Ruf der Wirtschaft gelitten hat. Verbandsdirektor und FDP-Kantonsrat Gaudenz Zemp glaubt aber nicht, dass dies der Hauptgrund für das Nein zur Steuerreform war: «Mein Eindruck ist, dass die Vorlage so komplex war, dass es einfach nicht gelang, ihre Vorteile aufzuzeigen. Und wenn man etwas nicht ganz genau versteht, sagt man tendenziell eher Nein.»